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Vorlesung Nr.8.ppt

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Wortschatz der deutschen Sprache aus diachronischer Sicht Wortschatz der deutschen Sprache aus diachronischer Sicht

Plan • 1. Wortschatz im AHD • 2. Wortschatz im MHD • 3. Wortschatz Plan • 1. Wortschatz im AHD • 2. Wortschatz im MHD • 3. Wortschatz im FNHD

Die Bereicherung des Wortschatzes in der althochdeutschen Zeit Die Bereicherung des Wortschatzes in der althochdeutschen Zeit

 • Den Grundstock des althochdeutschen Wortschatzes bildet das von den westgermanischen Großstämmen aus • Den Grundstock des althochdeutschen Wortschatzes bildet das von den westgermanischen Großstämmen aus der gemeingermanischen Zeit ererbte Wortgut

 • In der althochdeut schen Zeit vollzieht sich die weitere Entwicklung und Bereicherung • In der althochdeut schen Zeit vollzieht sich die weitere Entwicklung und Bereicherung des deutschen Wortschatzes im engen Zusammenhang mit der Entwicklung des deutschen Schrifttums.

 • Hauptquelle bei der Bereicherung des Wortschatzes diente natürlich das bereits vorhandene heimische • Hauptquelle bei der Bereicherung des Wortschatzes diente natürlich das bereits vorhandene heimische Wortgut, das durch Ableitung, Zusammensetzung und Bedeutungswandel den neuen Bedürfnissen angepasst wurde

 • vom Stamm des Verbs kunnan 'können', 'verstehen', 'wissen' wird das abstrakte Substantiv • vom Stamm des Verbs kunnan 'können', 'verstehen', 'wissen' wird das abstrakte Substantiv kunst 'Wissen', 'Verständnis', 'Geschicklichkeit', 'Weisheit' gebildet.

Einige einfache Wörter werden zu Kernwörtern großer Wortfamilien. • faran 'fahren', 'gehen', 'wandern' — Einige einfache Wörter werden zu Kernwörtern großer Wortfamilien. • faran 'fahren', 'gehen', 'wandern' — abfaran 'verschwinden' arfaran 'ausgehen', 'weggehen', 'einholen', 'erreichen', 'erfahren', forafaran 'vorausgehen', furfaran 'vorübergehen', 'vergehen', 'zugrundegehen', 'sterben', duruchfaran 'durchgehen', 'durchdringen', 'durchforschen', hinafaran 'weggehen', infaran 'entgehen', 'entkommen', ingeginfaran 'entgegengehen', uzfaran 'ausgehen' 'herausgehen', zifaran 'vergehen' — fart 'Weg', 'Reise', 'Fahrt', wege-fart 'Wanderung', 'Reise', giferte 'Gefährte', fertig 'zum Abgang, zur Reise fertig' > 'fertig';

 • die meisten neuen abstrakten Wörter sind aus heimischem Sprachgut geschaffen, wobei aber • die meisten neuen abstrakten Wörter sind aus heimischem Sprachgut geschaffen, wobei aber die Lehnübersetzung eine große Rolle spielt. • lat. prinicipium 'Prinzip' ('Anfang') — ahd. anegenge (zu anegangan 'anfangen'); lat. infinitus 'unendlich' — ahd. unentlich; lat individuus 'unteilbar' (zu dividere 'teilen') — ahd. unspaltig (zu spaltan 'spalten').

 • Durch Umschreibung schuf man folgende Termini: lat. subjektum — ahd. das undere • Durch Umschreibung schuf man folgende Termini: lat. subjektum — ahd. das undere ('was zugrunde liegt'); lat. pretedicatum — ahd. das ubarzimber ('was auf der Grundlage weitergebaut wurde').

Die lateinischen Entlehnungen der althochdeutschen Zeit. • Es sind Wörter aus dem Bereich des Die lateinischen Entlehnungen der althochdeutschen Zeit. • Es sind Wörter aus dem Bereich des Kirchen und des Schulwesens. • lat. claustrum — ahd. klostar 'Kloster', lat. templum — ahd. tempal 'Tempel', lat. monasterium — ahd. munistri 'Münster', lat. monachus — ahd. munih 'Mönch', lat. nonna— ahd. nunna 'Nonne', lat. abbas, abbatem — ahd. abbat 'Abt', lat. peregrinus — ahd. piligrim 'Pilger', lat. crucem — ahd. kruzi 'Kreuz', lat. presbyter — ahd. priestar 'Priester'.

 • lat. scola ahd. scuola 'Schule', lat. scribere — ahd. scriban 'schreiben', lat. • lat. scola ahd. scuola 'Schule', lat. scribere — ahd. scriban 'schreiben', lat. tincta ahd. tincta 'Tinte', lat. tabula — ahd. tavala 'Tafel', lat. pergamenum — ahd. pergamin 'Pergament'.

Wortbildung der Substantive • bedeutende Anzahl von Suffixen sind aus dem Urgermanischl ererbt: -ing Wortbildung der Substantive • bedeutende Anzahl von Suffixen sind aus dem Urgermanischl ererbt: -ing (kun-ing, arm-ing), -in (friunt-in), -t (sa-t), -i (hoh-i ida (rein-ida), -niss, -nass, -nuss (ein-nissi)

 • In Verbindung mit dem intensiven Wachstum der Abstrakta entstehen in der althochdeutschen • In Verbindung mit dem intensiven Wachstum der Abstrakta entstehen in der althochdeutschen Zeit eine Reihe neuer Suffixe. Das sind die Suffixe -heit, -scaft (d. -schaff), -tuom (d. -tum). Sie entwickeln sich aus selbständigen Wörtern, die zuerst als die zweite Komponente zusammengesetzter Wörter fungierten und sich allmählich zu Ableitungssuffixen entwickeln.

 • Es erfolgt auch die Umdeutung alter Suffixe und deren Anpassung an die • Es erfolgt auch die Umdeutung alter Suffixe und deren Anpassung an die neuen Verhältnisse. So erhält das Suffix -ung, das im Urgermanischen in den Lautformen -ing, -ung die Abstammung (Nibelungi, Ca-rolingi) oder die Zugehörigkeit zu einer Menschenart bezeichnete (kuning) 'König', arming 'Armer', ediling 'Edelmann') eine neue Funktion. Es wird weitgehend zur Bildung von Verbalabstrakta gebraucht, z. B. wirk-ung-a 'Wirkung', sceid-ung-a 'Teilung', heil-ung-a 'Heilung', ler-ung-a 'Lehre' u. a.

 • Aus dem Lateinischen wird in der vorliterarischen Zeit das Suffix ahd. -ari • Aus dem Lateinischen wird in der vorliterarischen Zeit das Suffix ahd. -ari (lat. -arius, d. -er) entlehnt, das außerordentlich produktiv bei der Bildung der nomina agentis wurde, z. B. gartin-ari 'Gärtner', snit-ari 'Schnitter', fisk-ari 'Fischer', scribari 'Schreiber', ler-ari 'Lehrer'; es diente auch zur Bezeichnung von Personen im Allgemeinen, z. B. lugin-ari 'Lügner', meldari 'Angeber'.

Konversion • Die Wortbildung durch Konversion ist im Althochdeutschen sehr verbreitet. Durch Einreihung in Konversion • Die Wortbildung durch Konversion ist im Althochdeutschen sehr verbreitet. Durch Einreihung in die o Deklination sind die Substantive helf-a 'Hilfe' (zu helfan 'helfen'), klag -a 'Klage' (zu klagon 'klagen'), giloub-a 'Glaube' (zu gilouben 'glauben') gebildet; durch Einreihung in das Paradigma der i Deklination (Feminina) sind die Substantiva flug 'Flug' (zu fliogan 'fliegen'), sprung 'Sprung' (zu springan 'springen') gebildet.

Zusammensetzung • Ein beliebtes Wortbildungsmittel in allen altgermanischen Sprachen auch die Zusammensetzung. • Besonders Zusammensetzung • Ein beliebtes Wortbildungsmittel in allen altgermanischen Sprachen auch die Zusammensetzung. • Besonders verbreitet sind die Bestimmungskomposita, z. B. erd-bi 'Erdbeben', beta-hus 'Bethaus', 'Kirche', boum-garto 'Garten'.

 • • substantivische Stämme —seo-fogal 'Seevogel', gast-hus 'Gasthau adjektivische Stämme — ubil-tat 'Übeltat', • • substantivische Stämme —seo-fogal 'Seevogel', gast-hus 'Gasthau adjektivische Stämme — ubil-tat 'Übeltat', mitti -tag 'Mitta; Verbalstämme — slaf-kamara 'Schlafzimmer', hengi-lachan 'hang'; Stämme der Adverbien, Numeralien, Präpositionen — näh-buro 'Nachbar', ein-sidilo 'Einsiedler', widar-sacho 'Feind', 'Widersache

 • Es überwiegen die echten Komposita, deren erste Komponente ein Stamm ist. Hier • Es überwiegen die echten Komposita, deren erste Komponente ein Stamm ist. Hier sind zwei Modelle zu unterscheiden: • (Wurzel + Wurzel) + Flexion, z. B. gasthüs 'Gasthaus', himil-richi 'Himmelreich',

 • (Wurzel + Bindeelement + Wurzel) + Flexion, z. B. taga-lic 'Tageslicht' brutigomo • (Wurzel + Bindeelement + Wurzel) + Flexion, z. B. taga-lic 'Tageslicht' brutigomo 'Bräutigam', wo das Bindeelement etymologisch ein altes stammbildendes Suffix ist, und tago-sterno 'Morgenstern', wo Bindeelement mit dem alten stammbildenden Suffix nichts zu tun hat

 • Die unechten Komposita, deren erste Komponente eine flektier Wortform ist, sind im • Die unechten Komposita, deren erste Komponente eine flektier Wortform ist, sind im Althochdeutschen noch spärlich. Das sind zum Beispiel: kuninges-hof 'Königshof', sunnun-tag 'Sonntag' u. a.

Wortbildung der Adjektive • Das Althochdeutsche erbte vom Urgermanischen die Ableitungssuffixe der Adjektive -ag Wortbildung der Adjektive • Das Althochdeutsche erbte vom Urgermanischen die Ableitungssuffixe der Adjektive -ag (bluot-ag 'blutig'), -ig (kreft-ig 'kräftig'), isc (himil-isc 'himmlisch', ird-isc 'irdisch'), -in (guld-in 'golden', isarn-< 'eisern'). • Von den Präfixen der Adjektive ist vor allem un- zu nennen: kund, 'bekannt' — un -kund 'unbekannt'.

 • Im Laufe des althochdeutschen Zeitalters entwickelten sich mit der intensiven Bereicherung des • Im Laufe des althochdeutschen Zeitalters entwickelten sich mit der intensiven Bereicherung des Wortschatzes neue Ableitungssuffixe: -lich, -bari (d; -bar), haft, -sam.

 • Das Suffix -lich entwickelte sich aus dem Substantiv ahd. lich 'Leib' (vgl. • Das Suffix -lich entwickelte sich aus dem Substantiv ahd. lich 'Leib' (vgl. d. Leiche), 'Gestalt' und bezeichnete die Ähnlichkeit, z. B. wip-lich 'weiblich' (zu wib 'Weib'), fiantlich 'feindlich' (zu fiant 'Feind'). In der Übersetzungsliteratur wurde dieses Suffix zur Bildung zahlreicher Adjektive mit abstrakter Bedeutung benutzt, z. B. geistlich 'geistlich' (zu geist 'Geist'), un-ent-lich 'unendlich' (zu enti 'Ende').

 • Das Suffix -bari entwickelte sich aus einem Verbaladjektiv zum Stamm des Verbs • Das Suffix -bari entwickelte sich aus einem Verbaladjektiv zum Stamm des Verbs ahd. beran 'tragen', 'hervorbringen', 'gebären', das soviel wie 'bringend', 'gewährend' bedeutete, z. B. ahd. trost-bäri 'Trost brin gend', 'tröstend' (zu rost 'Trost'), danct bäri 'dankbar' (zu danc 'Dank').

 • Das Suffix -haft ist etymologisch ein altes Verbaladjektiv, gleichstammig mit den Verben • Das Suffix -haft ist etymologisch ein altes Verbaladjektiv, gleichstammig mit den Verben heffen 'heben', haben 'haben'; es bezeichnet den Besitz, z. B. sigi-haft 'sieghaft' (zu sigi 'Sieg'), sunt-haft 'sündhaft' (zu sunta 'Sünde').

Die Zusammensetzung • Die Zusammensetzung spielt in der Wortbildung der Adjektive eine geringere Rolle Die Zusammensetzung • Die Zusammensetzung spielt in der Wortbildung der Adjektive eine geringere Rolle als die Ableitung. Im Althochdeutschen überwiegen eigentliche Zusammensetzungen. Als erste Komponenten erscheinen meistens: • substantivische Stämme, z. B. fart-muodi 'müde von der Wanderung', got-forht 'gottesfürchtig'; • adjektivische Stämme, z. B. wit-mari 'weitbekannt', halbtot 'halbtot'.

Wortbildung der Verben • . Vom Urgemanischen erbte das Althochdeutsche eine beträchtliche Anzahl schwacher Wortbildung der Verben • . Vom Urgemanischen erbte das Althochdeutsche eine beträchtliche Anzahl schwacher Verben, die von substantivischen, adjektivischen, adverbialen und verbalen Stämmen abgeleitet waren: ahd. alt 'alt' — alten 'altern', 'alt werden'; fül 'faul' — fülen 'faulen', 'verfaulen'; fol 'voll' — füllen 'anfüllen', enti 'Ende' — entön 'endigen', 'beendigen', ouga 'Auge' — ougen, ar-ougen 'zeigen', offan 'offen' — offanön 'öffnen', 'eröffnen', 'kund tun', brinnan 'brennen' (st. V. ) — brennen 'brennen machen', 'anbrennen', 'verbrennen'.

 • Die alten Ableitungssuffixe dieser Verben erscheinen im Althochdeutschen als stammbildende Suffixe der • Die alten Ableitungssuffixe dieser Verben erscheinen im Althochdeutschen als stammbildende Suffixe der schwachen Verben und gehören somit zu ihrer Formenbildung • Präfigierung. Eine große Rolle spielen in der Wortbildung starker und schwacher Verben Präfixbildungen. Als echte Präfixe erscheinen bereits im Althochdeutschen bi- (d. be-), gi- (d. ge-), ir-, ur-(d. er-), for(a)-, fur(i)- (d. ver-), zi(r)-, za(r)- (d. zer-), int-, ant-. Diese Präfixe entwickelten sich aus Präpositionen und Lokaladverbien:

 • Im Althochdeutschen gibt es auch eine Reihe von sog. trennbaren Präfixen • Im Althochdeutschen gibt es auch eine Reihe von sog. trennbaren Präfixen

Mittelhochdeutscher Wortschatz Mittelhochdeutscher Wortschatz

PLAN • • Innovationsbereiche Der religiöse Wortschatz Höfischer Wortschatz Semantische Neubesetzung ererbter Wörter • PLAN • • Innovationsbereiche Der religiöse Wortschatz Höfischer Wortschatz Semantische Neubesetzung ererbter Wörter • Sach- und Alltagswortschatz • Wortbildung im Mittelhochdeutschen

 • Für den Wortschatz sind zwei entgegengesetzte Richtungen charakteristisch: • 1. Die weitere • Für den Wortschatz sind zwei entgegengesetzte Richtungen charakteristisch: • 1. Die weitere Vertiefung der mundartlichen Unterschiede unter den Verhältnissen der feudalen Zersplitterung. • 2. Der Ausgleich der mundartlichen Differenzen, welche durch den Verkehr zwischen den einzelnen Ländern ermöglicht wird.

Die Besonderheiten in der Entwicklung des mittelhochdeutschen Wortschatz: • Der Abfall einen gewissen Anzahl Die Besonderheiten in der Entwicklung des mittelhochdeutschen Wortschatz: • Der Abfall einen gewissen Anzahl veraltender Wörter. • Die veraltenden Wörter werden durch jüngere Wörter verdrängt. z. B. • ahd. tult ‘Kirchenfest‘ wird durch das ahd. fira, mhd. vire ‘Feier‘und durch mhd. vest (‘Fest‘ — aus dem lat. Adj. festus) verdrängt. • ahd. kuningstuol ‘Königsstuhl‘ weicht im 13. Jh. dem aus dem Französischen entlehnten mhd. thron.

Der Bedeutungswandel • Viele Wörter änderten ihre Bedeutungen. z. B. • ahd. hel > Der Bedeutungswandel • Viele Wörter änderten ihre Bedeutungen. z. B. • ahd. hel > mhd. hell zuerst bedeutet ‘tönend’, ‘hallend’; im Mhd. auch ‘licht’, ‘glänzend’. • ahd. , mhd. hogezit ‘Fest’ im Mhd. wird auch in der Bedeutung ‘Hochzeit’ • ahd. sero ‘schmezlich’ im Mhd. begann man dieses Wort zur Bezeichnung der Intensivität zu gebrauchen.

 Die Entwicklung der abstrakten Lexika. • Große Bedeutung für die Entwicklung der abstrakten Die Entwicklung der abstrakten Lexika. • Große Bedeutung für die Entwicklung der abstrakten Lexik durch Abteilung, Zusammensetzung und durch die Bedeutungswandel hatten die philosophischen Schriften der Mystiker im 12. 14. Jh. • begreifen, Eigenschaft, Verständnis, Eindruck, Einfluss, Zufall, einleuchten, einstehen, eigentlich, gelassen, bildlich, Einbildend, unaussprechlich, grundlos. • Die Mystiker bedienten sich den neuen Suffixen – heit, -nis, -ung.

Wortschatz der höfischen Dichtung und des Heldenepos. • Sehr viele Wörter wurden aus dem Wortschatz der höfischen Dichtung und des Heldenepos. • Sehr viele Wörter wurden aus dem Französischen entlehnt. Sie widerspiegeln verschiedene Seiten des ritterlichen Lebens. • mhd. kastel ‘Turnier’, panzier ‘Panzer’, palais ‘Saalbau’, vloite ‘Flöte’, turnei ‘Turnier‘. • Aus der Französischen Sprache wird auch das Suffix –ieren entlehnt: parlieren, buchstabieren.

. Die Entwicklung der Berufslexik. • Mit der Entwicklung des Handels, der Gewerbe, kommen . Die Entwicklung der Berufslexik. • Mit der Entwicklung des Handels, der Gewerbe, kommen neue Wörter auf. • mnl. ware, mhd. ware ‘Gewahrsam’, • mhd. stapel, fracht, arzat (Arzt), hantwerker (Handwerker), beker (Bäcker) bot, mazgenoze (Matrose)

Entlehnungen aus benachbarten Sprachen: aus • dem Italienischen — netto, bank, konto; • aus Entlehnungen aus benachbarten Sprachen: aus • dem Italienischen — netto, bank, konto; • aus den slawischen Sprachen — graupe (tschech. kroupa), grenze (poln. graniza), gurke (poln. ogorek), quark (poln. twarog) • aus dem Lateinischen — grammatic, arithmetica, musika, astronomie.

der Wortschatz wurde im Laufe der Zeit erweitert durch : • Wortimport, also Entlehnungen der Wortschatz wurde im Laufe der Zeit erweitert durch : • Wortimport, also Entlehnungen aus Kontaktsprachen • Neubildung

Entwicklungen Wörter wie Mt, ere, edel, getriuwe, die im Althochdeutschen mit eher profan konkreten Entwicklungen Wörter wie Mt, ere, edel, getriuwe, die im Althochdeutschen mit eher profan konkreten Bedeutungen >Schmerz<, >Prestige<, » vornehme Herkunft «, » zuverlässig « verwendet wurden, werden in religiösen Kontexten mit abstrakteren, ethischen Konnotationen gebraucht.

Lehnprägungen • Lehnprägungen nach lateinischen Vorbildern sind in den religiösen Texten belegt, z. B. Lehnprägungen • Lehnprägungen nach lateinischen Vorbildern sind in den religiösen Texten belegt, z. B. : • bediutesal nach mysterium (Lehnschöpfung), • anbläsunge nach inspiratio (Lehnübersetzung) • genamhaft nach nominatus (Lehnübertragung).

 • Vertreter einer mystischen Religiosität (Geistliche des Dominikaner und Franziskanerordens) waren mit dem • Vertreter einer mystischen Religiosität (Geistliche des Dominikaner und Franziskanerordens) waren mit dem Paradox konfrontiert. • Das führte zu sehr charakteristischen Wortneubildungen.

Typische » mystische « Wortbildungsmuster • Komposita mit niht-: nihtgeist, nihtgot, nihtbilde, nihtsuochen, nihtwellen. Typische » mystische « Wortbildungsmuster • Komposita mit niht-: nihtgeist, nihtgot, nihtbilde, nihtsuochen, nihtwellen. • Negative Bildungen mit un-: Unwesen, unwortlich, Adjektive häufig zum Ausdruck einer Unmöglichkeit: ungedenklich, ungruntlich, unsprechelich, unsehelich. • Verben mit ent-: entnemen, entsetzen, entsinken, entsweben, entvormen, entwerden. • Verben mit ver-: versmelzen, vervliezen, verwerden. • Adjektive mit -lös: büdelös, endelös, grundelös, vormelös, wortelös.

 • Abstrakta auf -/reit: geschaffenheit, gewordenheit, einvaltecheit, heimelicheit. • Abstrakta auf -unge: bewegunge, • Abstrakta auf -/reit: geschaffenheit, gewordenheit, einvaltecheit, heimelicheit. • Abstrakta auf -unge: bewegunge, bezeichenunge, begrifunge, schouwunge, betrahtunge, infliezunge. • Konversion (Überführung in eine andere Wortart ohne zusätzliches Ableitungsmorphem): das al, das eigen, daz lidensuln, das gelitenhän, ein insweben, ein inbilden gotes.

Höfischer Wortschatz • Lehnwörter : Infolge des höfischen Kulturtransfers gelangte eine große Anzahl von Höfischer Wortschatz • Lehnwörter : Infolge des höfischen Kulturtransfers gelangte eine große Anzahl von französischen Lehnwörtern ins Mittehochdeutsche.

 • Personen: • • amis >Geliebter< (amis); barun >Baron< (baron); bovelste >(Kriegs )Volk< • Personen: • • amis >Geliebter< (amis); barun >Baron< (baron); bovelste >(Kriegs )Volk< (poblus); garzun >Knappe< (garcon); kumpan >Gefährte< (compain); prinze >Prinz< [prince); serjant >Fußsoldat, Knappe « (serjant); chevalier > Ritter « (chevalier).

Ritterliche Ausrüstung: • • baniere >Fahne, Banner « (baniere); barbiere >Gesichtsschutz< (barbiere); harnas >Harnisch< Ritterliche Ausrüstung: • • baniere >Fahne, Banner « (baniere); barbiere >Gesichtsschutz< (barbiere); harnas >Harnisch< (harnais); kollier > Halsschutz « (collier); lanze >Lanze< (lance); zimiere > Helmschmuck « (cimiere); veitiure > Ausrüstung « (faiture).

Kampf, Jagd, Turnier: • batalje >Kampf< (bataille); • panieren >mit der Lanze angreifen « Kampf, Jagd, Turnier: • batalje >Kampf< (bataille); • panieren >mit der Lanze angreifen « (poignier); • tunrnei > Turnier « (tornei); • turnieren >im Turnier kämpfen « (torneier).

Höfische Geselligkeit: • • schach >Schach< (eschac); mat >Schachmatt< (mat); roch > Turm im Höfische Geselligkeit: • • schach >Schach< (eschac); mat >Schachmatt< (mat); roch > Turm im Schach « (roc); pris >Lob, Preis « (ipris).

 • Luxusgegenstände, Kleidung: • • kursit >Pelzrock< [corset); schapel >Haarschmuck< [chapel); wambeis >Wams< • Luxusgegenstände, Kleidung: • • kursit >Pelzrock< [corset); schapel >Haarschmuck< [chapel); wambeis >Wams< [wambeis); stival >Stiefel< (estival).

Speisekultur: • • • kaneel >Zimt< {canele); rosine> Rosine< (roisin); saffran >Safran « (safran); Speisekultur: • • • kaneel >Zimt< {canele); rosine> Rosine< (roisin); saffran >Safran « (safran); plateel >Teller< (platel); tabelit > Tablett « (tablet); intremeis >Zwischenimbiss< (entremes).

 • Architektur: • • barbigan >Vorbau, Festung « (barbecane); erkere » Schiels scharte • Architektur: • • barbigan >Vorbau, Festung « (barbecane); erkere » Schiels scharte « (arquiere); palas >Palast< (palais); schuhtel >Schloss< (scliusicl)

 • Literatur, Kunst, Musik: • • aventiure > [aventiure); rim >Reim< (rime), vioyte • Literatur, Kunst, Musik: • • aventiure > [aventiure); rim >Reim< (rime), vioyte >Flöle< [floite); schalemie 'Schalmei' {chnlemie);

Umgangsformen: • • merzi „Danke“ saluieren „grüßen“ kurties „höfisch“ parlieren „sich unterhalten“ Umgangsformen: • • merzi „Danke“ saluieren „grüßen“ kurties „höfisch“ parlieren „sich unterhalten“

Für manche dieser Wörter standen durchaus heimische Synonyme zur Verfügung. • Als Bezeichnung für Für manche dieser Wörter standen durchaus heimische Synonyme zur Verfügung. • Als Bezeichnung für den Geliebten oder die Geliebte gab es bereits im Althochdeutschen das Wort fridil, das in der Form mhd. vri(e)del weitergeführt wurde; amis erweckte aber offenbar vornehmere Assoziationen. Für Volk, Leute « konnte man Hute, volk, diet sagen; doch wer als Adeliger von povel sprach, konnte mit dieser Wortwahl zum Ausdruck bringen, dass er selbst gerade dazu nicht gehörte. So gesehen war die mit französischen Fremdwörtern durchsetzte Sprache auch die Sprache einer sich abgrenzenden sozialen Schicht, ein Soziolekt.

 • Gelangten Dinge erst im Zuge des Waren und Kulturtransfers von Frankreich nach • Gelangten Dinge erst im Zuge des Waren und Kulturtransfers von Frankreich nach Deutschland, mussten die entsprechenden Bezeichnungen mit übernommen werden. Bei einer Reihe von Wörtern und Sachen war allerdings das Französische nur Vermittler: Die ganze Schachterminologie kommt wie das Spiel über Frankreich aus dem Orient. Auch viele Musikinstrumente oder Textilstoffe sind wie ihre Bezeichnungen orientalischen (arabischen oder persischen) Ursprungs und wurden im deutschen Sprachraum erst durch den Kontakt mit französischen Adelskreisen bekannt.

der Umweg über das Mittelniederländische • Ein Teil des französischen Lehnwortschatzes dürfte aber nicht der Umweg über das Mittelniederländische • Ein Teil des französischen Lehnwortschatzes dürfte aber nicht durch direkten französisch deutschen Austausch, sondern auf dem Umweg über das Mittelniederländische ins Hochdeutsche gelangt sein. Das Einflechten mittelniederländischer Wörter von den Zeitgenossen als vlemen bezeichnet galt als sprachliches Prestigesignal. Relativ häufig in der höfischen Literatur verwendete Wörter sind z. B. baneken >spazieren gehen «, wapen >Waffen «, dorpsere >Bauer, Dorfdepp « und ors >Pferd «. Mnl. wapen entspricht mit unverschobenem germ. *p genau ahd. , mhd. wafen und trat als vornehmeres Synonym dazu in Konkurrenz.

 • Erst sekundär bildete sich die Bedeutungsdifferenzierung heraus: Waffen sind das, womit man • Erst sekundär bildete sich die Bedeutungsdifferenzierung heraus: Waffen sind das, womit man kämpft, das Wappen ist das ritterliche » Logo « auf den Waffen und anderen ritterlichen Accessoires. Aus dem dorpsere wurde durch Dissimilation der beiden r zunächst dorpel, dann durch Assimilation dölpel und schließlich mit t für d der Tölpel. Mnl. ors geht wie ahd. ras (> mhd. ras > nhd. Ross) zurück auf älteres hros (dazu auch engl, horse). Durch Schwund des anlautenden h vor Konsonant (wie im Deutschen) und Metathese entstand die mittelniederländische Form. Ein beliebtes Stilmittel waren auch Diminutiva auf mnl. kln, dem Pendant zu mhd, chen,

Semantische Neubesetzung ererbter Wörter • Semantische Neubesetzung ererbter Wörter findet sich vor allem im Semantische Neubesetzung ererbter Wörter • Semantische Neubesetzung ererbter Wörter findet sich vor allem im Bereich der ethischen Begrifflichkeit. Es handelt sich um Schlüsselwörter wie beispielweise • ere, mäje, minne, seelde, stsete, triuwe.

ere • Mhd. ere ist die ältere (Schreib ) Form von nhd. Ehre und ere • Mhd. ere ist die ältere (Schreib ) Form von nhd. Ehre und ist als era >Ehre, Ansehen, Glanz, Vorzug, Auszeichnung, Ehrerweisung, Zierde, Würde «. • In Kontexten der höfischen Literatur beinhaltet ere aber eine innerliche, ethische Qualität, die nicht notwendigerweise vom äußeren Prestige abhängt (diesem aber durchaus zuträglich sein kann). Für dieses Verständnis war ere » die Norm, die adelige Gesellschaft in Bezug auf das wünschenswerte Handeln ihrer Mitglieder setzte «.

maze • Mhd. maze geht zurück auf ahd. maza >Maß, Dimension «, eine Ableitung maze • Mhd. maze geht zurück auf ahd. maza >Maß, Dimension «, eine Ableitung vom Verbum mezzan » messen «, hatte also ursprünglich eine sehr konkrete Bedeutung. Diese Bedeutung lebt auch weiter. z. B. im Bereich der Künste und Architektur. • Im neuen, höfisch ethischen Sinn bedeutet maße jedoch die Charakterstärke, die es dem Individuum ermöglicht Affekte und Leidenschaften zu beherrschen.

minne • • Mhd minne der wohl zentrale Begriff der klassischen mhd. Dichtung, geht minne • • Mhd minne der wohl zentrale Begriff der klassischen mhd. Dichtung, geht zurück auf ahd. minna und bedeutete „Liebe, Zuneigung“, und zwar auch mit sexuellen Konnotationen.

selde • Mhd. selde (< ahd. salida), das als Abstraktum vom selben Stamm (sali selde • Mhd. selde (< ahd. salida), das als Abstraktum vom selben Stamm (sali ) abgeleitet ist wie das Adjektiv selig diente in althochdeutschen Übersetzungen und Glossen vorwiegend zur Wiedergabe von lat. felicitas und fortuna, hatte die meist positive Bedeutung » günstiges Geschick, Glück, gute Lebensumstände «. Im Kontext von Minnesang und Artusepik bezeichnet selde das letztlich von Gott geschenkte Glücksgefühl, das aus gelungenem Frauen und Ritterdienst resultiert.

staete • Mhd. staete, eine alte Abstraktbildung zum Adjektiv ahd. statt » beständig « staete • Mhd. staete, eine alte Abstraktbildung zum Adjektiv ahd. statt » beständig « (im Mittelhochdeutschen gleichlautend ebenfalls steste) ist Grundbedingung für minne, saelde, triuwe und andere höfische Tugenden.

triuwe • Mhd. triuwe, ebenfalls ein Abstraktum neben einem gleichlautenden Adjektiv, geht zurück auf triuwe • Mhd. triuwe, ebenfalls ein Abstraktum neben einem gleichlautenden Adjektiv, geht zurück auf ahd. triuva, das auch in rechtlichen Kontexten verwendet wurde und » Vertragstreue « bedeutete. • Die durch die triuwe gestiftete Identität bestand in der Verlässlichkeit [. . . ] der Person in Bezug auf ihren Charakter sowie die von ihre eingegangenen Bindungen und Verpflichtungen «

Wortbildung im Mittelhochdeutschen • Komposition, Ableitung und Präfixbildung das Mittelhochdeutsche steht in Kontinuität zum Wortbildung im Mittelhochdeutschen • Komposition, Ableitung und Präfixbildung das Mittelhochdeutsche steht in Kontinuität zum Althochdeutschen (ebenso wie zum nachfolgenden Frühneu und Neuhochdeutschen). • Teilweise wirkten althochdeutsche Strukturtypen fort, teilweise wurden sie modifiziert oder durch neue Bildungsmuster verdrängt.

Komposition : • Im Mittelhochdeutschen nahm allmählich die Zahl der (seit Jacob Grimm so Komposition : • Im Mittelhochdeutschen nahm allmählich die Zahl der (seit Jacob Grimm so bezeichneten] unechten Komposita zu. • z. B. kirchengelt » Kirchenzins « oder goteshus » Gotteshaus, Kirche «. • Im Gegensatz dazu sind echte Komposita schon im Althochdeutschen gut bezeugt. Ursache für die Entstehung unechter Komposita ist die Tendenz zur Nachstellung von Genitivattributen • z. B. kirchen gelt » Zins der Kirche «, gotes hus » Haus Gottes «),

 • Derivation : Eine wichtige Neuerung des Mittelhochdeutschen gegenüber dem Althochdeutsehen im Bereich • Derivation : Eine wichtige Neuerung des Mittelhochdeutschen gegenüber dem Althochdeutsehen im Bereich der Derivation hangt mit der Edsilbenanschwächung zusammen: Wortbildungsmorpheme, die phonetisch mit einem auslautenden Vokal identisch waren, wurden in der Entwicklung zum Mittelhochdeutschen hin zu e abgeschwächt. Zwar haben lexikalisierte Bildungen dieses Typs bis ins Neuhochdeutsche überlebt (z. B. Größ e, Reis e), doch wurde das hochgradig homonyme Suffix e seit dem Mittelhochdeutschen nicht mehr zu neuen Wortbildungen verwendet.

 • Andere, formal deutlichere Suffixe traten an dessen Stelle. • Suffix zur Bildung • Andere, formal deutlichere Suffixe traten an dessen Stelle. • Suffix zur Bildung von Abstrakta heit, • für Nomina agentis ere, • für Nomina actionis –unge. • Die Entwicklung hatte sich zwar bereits im Althochdeutschen und Altsächsischen angebahnt, doch wurden Suffixe wie heit mit der Variante keit, schaft, -tuom, -bere erst auf mittelhochdeutscher Stufe reihenbildend.

Wortartendifferenzierung : • Das Mittelhochdeutsche kannte noch eine Reihe gleichlautender Substantive und Adjektive wie Wortartendifferenzierung : • Das Mittelhochdeutsche kannte noch eine Reihe gleichlautender Substantive und Adjektive wie z. B. grim 1. >Grimm<, 2. >grimmig<; zorn 1. >Zorn<, 2. >zornig<; leit 1. >Leid<, 2. >schmerzlich<. • Die Tendenz ging dahin, solche Adjektive mittels Ableitungssuffixen vom zunächst gleichlautenden Substantiv formal zu unterscheiden. Es kommt zur Bildung von grimmig, zornig, leidig.

Der frühneuhochdeutsche Wortschatz Der frühneuhochdeutsche Wortschatz

 • Ein Teil des Wortschatzes veraltet, kommt aus dem Gebrauch und wird durch • Ein Teil des Wortschatzes veraltet, kommt aus dem Gebrauch und wird durch andere Wörter verdrängt: • michel (>groß), • lützel (>klein), • jehen (>sagen), • dagen (>schweigen), • minne (>Liebe) u. a.

 • Viele Wörter weisen eine weitere Bedeutungsentwicklung auf: • arebeit (früher “Mühsal”, “Not”), • Viele Wörter weisen eine weitere Bedeutungsentwicklung auf: • arebeit (früher “Mühsal”, “Not”), • geheim (früher “zum Hause gehörig”), • list (früher “durch gute höfliche Lebensart ausgezeichnet”) u. a.

 • Der Wortschatz der werdenden gemeindeutschen Literatursprache wird durch landschaftliche Sprachvarianten bereichert • • Der Wortschatz der werdenden gemeindeutschen Literatursprache wird durch landschaftliche Sprachvarianten bereichert • wehmut, düster, schlau, stottern stammen aus dem Niederdeutschen; • gleich, ertrinken, närrisch, verwunden sind oberdeutscher Herkunft.

Handel • Im 14. 15. Jh. wird das Lateinische aus dem kaufmännischen Sprachgebrauch immer Handel • Im 14. 15. Jh. wird das Lateinische aus dem kaufmännischen Sprachgebrauch immer stärker zurückgedrängt. • Es entsteht der kaufmännische Sonderwortschatz auf deutscher Grundlage (Mackler, Stapel, Fracht, Gesellschaft, Kaufhaus, Schuld, Wechsel). • Der deutsche Wortschatz bereichert sich auch durch die Entlehnungen aus dem Italienischen (Lombard, Bark, Konto, Kredit, Kapital, Kasse, Kontor) und verschiedenen orientalischen Sprachen (Zitrone, Zucker, Muskat, Konfekt).

Seefahrt • Hier finden wir sowohl gemeingermanische (Mast, Ruder, Schiff, Segel) als auch entlehnte Seefahrt • Hier finden wir sowohl gemeingermanische (Mast, Ruder, Schiff, Segel) als auch entlehnte (italienischer, spanischer und arabischer Herkunft) Lexik: Barke, Flotte, Golf, Kai, Kajüte, Kapitän, Kompaß, Marine. • Später wurden auch zahlreiche niederdeutsche und niederländische Fachausdrücke übernommen (Boot, Jacht, Matrose, Maal). • Dazu kamen auch Entlehnungen aus dem Englischen (Log, Lotze).

Buchdruckerei. • Seit dem 15. Jh. bereichert sich der Sonderwortschatzdurch deutsche (Buchdrucker, Buchbinder, Verlag, Buchdruckerei. • Seit dem 15. Jh. bereichert sich der Sonderwortschatzdurch deutsche (Buchdrucker, Buchbinder, Verlag, Fliegenkopf, Zwiebelfisch u. a. ) sowie lateinische Fachausdrücke (Abbreviatur, Autor, Exemplar, Format, Korrektor, Manuskript).

 • Durch die Humanisten erscheinen im Deutschen lateinische und griechische Entlehnungen in der • Durch die Humanisten erscheinen im Deutschen lateinische und griechische Entlehnungen in der Kirchen und Rechtssprache, im Wortschatz des Bildungswesens, der Wissenschaft (Alphabet, Extrakt, addieren, Medizin, Logik, Patient, Philosophie, plus, Text, zitieren) der Kunst, des gesellschaftlichen Lebens (appellieren, Akademie, Examen, Fakultät, Demokratie, Ferien, Melodie, Minister, Nummer)

 • Ins Deutsche drangen auch zahlreiche lateinische Entlehnungen mit den Suffixen –ant, -ent, • Ins Deutsche drangen auch zahlreiche lateinische Entlehnungen mit den Suffixen –ant, -ent, -ion, -at • Musikant, Medikament, Präsident, Operation, Advokat.

Wortbildung im Frühneuhochdeutschen • Der Ausbau des indigenen frühneuhochdeutschen Wortschatzes verläuft in den Bahnen Wortbildung im Frühneuhochdeutschen • Der Ausbau des indigenen frühneuhochdeutschen Wortschatzes verläuft in den Bahnen von Komposition, Derivation und Präfixbildung.

 • Komposition blieb eine Domäne der nominalen, vor allem substantivischen Wortbildung. Die Menge • Komposition blieb eine Domäne der nominalen, vor allem substantivischen Wortbildung. Die Menge der » unechten Komposita « nahm erheblich zu. • Substantivkomposita können Konkreta und im Frühneuhochdeutschen sehen in zunehmendem Maße auch Abstrakta als Zweitglieder enthalten:

 • • Konkreta: Die vergleichende Übersicht über Lemmata mit anlautenden • enthält mehrere • • Konkreta: Die vergleichende Übersicht über Lemmata mit anlautenden • enthält mehrere Beispiele für Komposita, die für das Mittelhochdeutsche noch nicht lexikographisch gebucht sind bruederhaus, vischwasser, sanndtbrieff

 • Abstrakta: Zahlreiche Komposita mit abstraktem Zweitglied wurden aber auch zur Bezeichnung abstrakter • Abstrakta: Zahlreiche Komposita mit abstraktem Zweitglied wurden aber auch zur Bezeichnung abstrakter Sachverhalte neu gebildet wie badenfart >Reise an einen Badeort < ; bärengejeide >Bärenjagd<

 • Pejorative Verstärkung: Typisch für die reformationszeitliche Polemik sind Bildungen mit Erz wie • Pejorative Verstärkung: Typisch für die reformationszeitliche Polemik sind Bildungen mit Erz wie z. B. erznarr, sünder, -hure, -teufel.

 • Metaphorische Komposita begegnen ebenfalls sehr häufig in polemischen und agitatorischen Texten. Beispiele • Metaphorische Komposita begegnen ebenfalls sehr häufig in polemischen und agitatorischen Texten. Beispiele sind Komposita mit dem Erstglied affen wie affenbuch „ betrügliche Schrift“; affengesetz „unsinniges Gesetz“

Derivation • Derivation erzeugte reihenweise abgeleitete Substantive, Adjektive und Verben. Dabei verstärkte sich im Derivation • Derivation erzeugte reihenweise abgeleitete Substantive, Adjektive und Verben. Dabei verstärkte sich im Frühneuhochdeutschen die Tendenz zur Zuordnung des Vokals e (phonetisch [a]) zu Flexionsmorphemen, während Wortbildungsmorpheme mit Nebenakzent auch volle Vokale [ bar, -lieh, -ung, -heit) enthalten können.

Substantivische Ableitung • Substantivische Ableitung ergab im Frühneuhochdeutschen eine Masse neuer Lexeme. Dabei wurden Substantivische Ableitung • Substantivische Ableitung ergab im Frühneuhochdeutschen eine Masse neuer Lexeme. Dabei wurden weitgehend ererbte Strukturmuster fortgeführt, allerdings auch funktional modifiziert.

 • Das Suffix -e wurde auf den Bereich physikalischer Eigenschaften (z. B. kälte, • Das Suffix -e wurde auf den Bereich physikalischer Eigenschaften (z. B. kälte, wärme, schärfe), körperlicher Befindlichkeiten (z. B. heisere >Heiserkeit<, läme >Lahmheit<) und menschlicher Eigenschaften (z. B. blöde >Blödheit<, sanfte >Sanftheit< , schöne >Schönheit< ) reduziert. • Im weiteren Verlauf wurde e auch in den beiden letztgenannten Gruppen durch deutlichere Suffixe, vor allem heit/-keit, verdrängt, weshalb im Neuhochdeutschen Ableitungen mit diesem Suffix dominieren.

 • Das Suffix -ung bildete reihenweise Verbalabstrakta, teilweise in Konkurrenz zu suffixlosen postverbalen • Das Suffix -ung bildete reihenweise Verbalabstrakta, teilweise in Konkurrenz zu suffixlosen postverbalen Bildungen und älteren ablautenden Verbalabstrakta wie wachsung : wuchs, genießung : genuss, reizung : reiz, Schließung : Schluss, teilweise zu substantivierten Infinitiven. Hier kommt es ebenfalls zur Variantenauslese oder sekundären Funktionalisierung.

 • Das Suffix-er erweiterte seinen Funklionshereieh und wurde zunehmend nicht nur zur deverbalen • Das Suffix-er erweiterte seinen Funklionshereieh und wurde zunehmend nicht nur zur deverbalen Bildung von Nomina agentis verwendet, z. B. Typus achter zu richten, luiter zu hüten, sondern auch zur Ableitung von substantivischen Basen, wobei ganz allgemein zum Ausdruck kommt, dass der mit der er Ableitung Bezeichnete etwas mit dem zu tun hat, du mit der Ableitungsbasis bezeichnet wird, z. B. episteler Lektor zu epistel

 • • Das Suffix-ling wurde zur Ableitung von Personenbezeichnungen verwendet und ist ein • • Das Suffix-ling wurde zur Ableitung von Personenbezeichnungen verwendet und ist ein gutes Beispiel dafür, wie textsortenspezifische und kommunikationssituative Präferenzen die Wortbildung beeinflussen, denn insbesondere in der konfessionellen Polemik der Reformationszeit begegnen zahlreiche pejorative Personenbezeichnungen auf ling wie römling, päpstiing (beides abwertend für Katholiken), abtrünnling, peinling, fressling usw. • In der frühneuhochdeutschen Fachliteratur werden ling. Bildungen jedoch auch ohne solche Konnotationen gebraucht, z. B. spitzling >Stachel<, fundeling >Findling<.

Adjektivische Ableitungen • Adjektivische Ableitungen erfolgten mit den aus älteren Sprachstufen erbten Suffixen ig, Adjektivische Ableitungen • Adjektivische Ableitungen erfolgten mit den aus älteren Sprachstufen erbten Suffixen ig, -icht, -lieh, bar, -haft, -sam, -isch. • Teilweise überschneiden sich deren Funktionsbereiche: Neben undenklich wird auch undenkbar verwendet, neben wunderlich auch wundersam und wunderbar. • Im Laufe des Frühneuhochdeutschen (und Neuhochdeutschen) kommt es auch hier zur Variantenreduktion bzw. zu sekundärer Funktionalisierung. In der Gegenwartssprache sind beispielsweise wunderlich, wundersam und wunderbar keine Synonyme

 • Einige Kompositionsglieder wurden zunehmend reihenbildend, verlieren ihre volle Bedeutung und entwickelten sich • Einige Kompositionsglieder wurden zunehmend reihenbildend, verlieren ihre volle Bedeutung und entwickelten sich dadurch zu Suffixen, z. B. • reich in trostreich, gnadenreich, • würdig in lobwürdig, hochwürdig, • meßig in rechtmeßig, wortmeßig

Präfixbildung • Präfixbildung findet vor allem bei Verben statt. Man kann unterscheiden zwischen Modifikations- Präfixbildung • Präfixbildung findet vor allem bei Verben statt. Man kann unterscheiden zwischen Modifikations- und Transpositionsbildungen. • Modifikationsbildungen sind Präfixbildungen zu einfachen Verben ohne Wortartwechsel (z. B. bei , durch , widerstehen zu stehen). • Transpositionsbildungen sind Verben, die von anderen Wortarten abgeleitet sind wie z. B. teilen (desubstantivisch von teil) oder mindern (deadjektivisch von minder).

 • Die frühneuhochdeutsche Verbalbildung weist eine Reihe sehr produktiver Präfixe auf, z. B. • Die frühneuhochdeutsche Verbalbildung weist eine Reihe sehr produktiver Präfixe auf, z. B. be-, ent-, miss-, ver-, zer-, und tendiert mitunter zu pleonastischen Bildungen, in denen das Präfix eine Bedeutungskomponente des Simplex zusätzlich zum Ausdruck bringt wie in den Fällen beadeln, beloben, zerscheitern

 • Präfixbildung geht im Frühneuhochdeutschen häufig einher mit gleichzeitiger Suffigierung und führt zu • Präfixbildung geht im Frühneuhochdeutschen häufig einher mit gleichzeitiger Suffigierung und führt zu Verbalbildungen wie • befestigen (neben befesten zu fest), • befeuchtigen (neben befeuchten zu feucht), • befogligen jemandem einen Vormund setzen (neben befogten zu fogt).

Nominalisierungsverbgefüge • Nominalisierungsverbgefüge, worunter feste Verbindungen aus Nomen und Verb versteht, die alternativ zu Nominalisierungsverbgefüge • Nominalisierungsverbgefüge, worunter feste Verbindungen aus Nomen und Verb versteht, die alternativ zu Simplizia gebraucht werden können (Typ nhd. Antwort geben für antworten) liegen bereits in Textbeispielen des 15. Jh. s. vor: Ob er euch fragät, warumb er die frag thät, so sprecht, das man sich darnach wiss zu richten und nit irr. • Thuet hierinn vleis und seit nit säumig, • Ward nit schinbar gotz grechtikait, do er von der sund wegen. • Die Fügung frage tun konkurriert mit fragen,

 Abkürzungen • Akronyme • Kurzwörter • Initialwörter Abkürzungen • Akronyme • Kurzwörter • Initialwörter

Akronyme • Akronyme, die ausbuchstabiert und mit Endbetonung ausgesprochen werden, wie WM • Akronyme, Akronyme • Akronyme, die ausbuchstabiert und mit Endbetonung ausgesprochen werden, wie WM • Akronyme, deren Buchstaben silbischen Wert annehmen mit Anfangsbetonung, wie NATO • Akronyme, deren Initialen sich zu einem phonetischen Wort zusammenfügen, wie AIDS • Mischformen aus Initial und Silbenbildung, wie Azubi oder BAföG.

Kurzwort • Kurzwörter lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden: • • danach, welcher Teil Kurzwort • Kurzwörter lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden: • • danach, welcher Teil des ursprünglichen Wortes erhalten bleibt: Kopfwort: „Lok“ für Lokomotive; „Auto“ für Automobil, aber nicht für Autokrat oder ähnliche; „Kilo“ für Kilogramm, aber nicht für Kilometer oder ähnliche. Sehr oft besteht das Kurzwort wie in diesen Fällen aus den ersten ein oder zwei Silben des Ursprungswortes. Es gibt aber auch: Endwort/Schwanzwort: „Bus“ für Omnibus Klammerwort/Klammerform/Klappwort: „Kirschblüte“ für Kirschbaumblüte; "Pappenstiel" für *Pappenblumenstiel Rumpfwort: „Lisa“ statt „Elisabeth“ (Name) danach, ob nur Anfangsbuchstaben oder silben zur Kürzung verwendet werden: Akronyme/Initialwörter „AT“, „CDU“, „LKW“, „PKW“, „SPD“, „UNO“ bzw. Silbenkurzwörter wie „Kripo“, „Schupo“ (Schutzpolizist) Mischkurzwörter aus Akronym und Silbenkurzwort wie „Unimog“ (Universalmotorgerät, Originalschreibung), Degussa (Deutsche Gold und Silberscheideanstalt), „AWO“ (Arbeiterwohlfahrt) danach, ob nur ein Teil des Ausgangswortes gekürzt wurde: partielles Kurzwort: „Pauschbetrag“, „S Bahn“, „U Boot“, „ABC Waffe“, „D Zug“, „G Punkt“, „TV Star“, „U Bahn“, „U Haft“, „Ü Ei“, „V Mann“. (Diese Beispiele sind von formikonischen Wörtern zu unterscheiden. ) • • •