Verwirrung um Vergangenheit Orenburg 2013.ppt
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Verwirrung um die Vergangenheit Der Gebrauch von Perfekt und Präteritum in deutschen Texten © Angelika Jodl
Es war einmal. . . im Präteritum © Angelika Jodl
Es war einmal eine Königstochter, die fiel in einen hundertjährigen Schlaf. . . © Angelika Jodl
Grammatische Tempora und Zeit: Passt das so zusammen? X X X gestern heute morgen _________________ Vergangenheit Gegenwart © Angelika Jodl Zukunft
6 Zeiten Präsens Präteritum Perfekt Plusquamperfekt Futur II Der Prinz küsst sie. . . küsste sie. . . hat sie geküsst. . . hatte sie geküsst. . . wird sie küssen. . . wird sie geküsst haben © Angelika Jodl
Ein Problem bleibt immer Gegenwart Zukunft Präsens Futur Vergangenheit Präteritum Perfekt © Angelika Jodl
Präsens im Dialog Er Sie Er Berta! Ja. . . ! Das Ei ist hart (schweigt) Das Ei ist hart! Ich habe es gehört. . . Wie lange hat das Ei denn gekocht? © Angelika Jodl
Eier im allgemeinen Er Wie lange hat das Ei denn gekocht? Sie: Zu viele Eier sind gar nicht gesund. © Angelika Jodl
immer, jeden Morgen, mal so Er Sie Er Ich meine, wie lange dieses Ei gekocht hat. . . Du willst es doch immer viereinhalb Minuten haben Das weiß ich Was fragst du denn dann? Weil dieses Ei nicht viereinhalb Minuten gekocht haben kann! Ich koche es aber jeden Morgen viereinhalb Minuten Wieso ist es dann mal zu hart und mal zu weich? © Angelika Jodl
Präsens und Perfekt - die ideale Beziehung Er Das Ei ist hart. Sie Ich habe es gehört. . . Er Wie lange hat das Ei denn gekocht? © Angelika Jodl
Die Verwirrung E, S Präsens __________▼ _________➯ E S Perfekt _____▼_______ ▼ ________➯ E S Präteritum __▼________________➯ E = Ereigniszeit, S = Sprechzeit © Angelika Jodl
Das Modell Reichenbach E R, S Perfekt __▼_____ ▼ _______➯ E, R S Präteritum _▼_____▼ _______➯ R = Referenzzeit © Angelika Jodl
Weinrichs Textgrammatik Bereitschaft Aufschub Präsens Rückschau Präteritum Perfekt Plusquamperfekt Vorausschau Futur I © Angelika Jodl
Bereitschaft und Spannung Bereit für den DIALOG und gespannt auf die Antwort: Wie lange hat das Ei denn gekocht? © Angelika Jodl
Aufschub und Entspannung SCHIEB alle Fragen AUF! ENTSPANN dich! Wohl hundert Jahre lang lag der ganze Hofstaat in einem tiefen Schlummer. © Angelika Jodl
Regeln für den Tempusgebrauch . . . gibt es nicht viele: © Angelika Jodl
Hier geht nur Perfekt Ich kann mitreden: Ich habe den Film gesehen. Jetzt kann ich feiern: Ich habe die Prüfung geschafft. Sieh mal, da ist alles weiß: Es hat geschneit. * Lasest du das Buch? * Sieh mal, es schneite. © Angelika Jodl
Hier haben wir Vorzeitigkeit Nachdem der Prinz Dornröschen dreimal geküsst hatte, erwachte sie aus ihrem jahrhundertelangen Schlafe. © Angelika Jodl
Ansonsten gilt: Perfekt und Präteritum – eine STILFRAGE © Angelika Jodl
So - beflügelt © Angelika Jodl
Oder so - standfest © Angelika Jodl
Die Form Am Anfang schuf Gott Am Anfang hat Gott die Welt erschaffen 1 Bein 2 Beine Alles schon gesagt: schuf Das Wichtigste zuletzt: erschaffen behäbiger ökonomisch, schnittig, kühl © Angelika Jodl
PRÄTERITUM ins PERFEKT transformiert Es war sehr früh am Morgen, die Straßen rein und leer, ich ging zum Bahnhof. Als ich eine Turmuhr mit meiner Uhr verglich, sah ich, dass es schon viel später war, als ich geglaubt hatte, ich musste mich sehr beeilen, der Schrecken über diese Entdeckung ließ mich im Weg unsicher werden, ich kannte mich in dieser Stadt noch nicht sehr gut aus, glücklicherweise war ein Schutzmann in der Nähe, ich lief zu ihm und fragte ihn atemlos nach dem Weg. Es ist sehr früh am Morgen gewesen, die Straßen rein und leer, ich bin zum Bahnhof gegangen. Als ich eine Turmuhr mit meiner Uhr verglichen habe, habe ich gesehen, dass es schon viel später gewesen ist, als ich geglaubt hatte, ich habe mich sehr beeilen müssen, der Schrecken über diese Entdeckung hat mich im Weg unsicher werden lassen, ich habe mich in dieser Stadt noch nicht sehr gut ausgekannt, glücklicherweise ist ein Schutzmann in der Nähe gewesen, ich bin zu ihm gelaufen und habe ihn atemlos nach dem Weg gefragt. © Angelika Jodl
Warum das Präteritum zeitliche Angaben braucht: Die Geschichte fließt in der Zeit Es war einmal ein König, der hatte eine schöne Tochter. Damals beherrschte ein Drache das Land. Eines Tages begehrte er die Königstochter zum Fraße. Und schon eine Woche später wurde sie ihm serviert. Als der Prinz von diesem seltsamen Abendessen erfuhr, sprang er sogleich aufs Pferd. © Angelika Jodl
Das HISTORISCHE PRÄTERITUM: Protokoll Um 8. 00 Uhr nahm der Angeklagte eigenen Angaben zufolge an seinem Tisch Platz. Um 8. 15 wurde ihm das Frühstücksei serviert. 4 ½ Minuten später erschlug er laut Obduktionsbericht seine Ehefrau mit dem Eierlöffel. © Angelika Jodl
Das epische Präteritum Da lag Dornröschen und war so schön, dass der Prinz die Augen nicht abwenden konnte. Er kniete nieder und gab ihr einen Kuss. © Angelika Jodl
Der Erzähler Dornröschen fiel in einen tiefen Schlummer. . . Das PRÄTERITUM hat einen zurückhaltenden Erzähler. © Angelika Jodl
Dornröschen erzählt weniger zurückhaltend: Also ich habe mich nur kurz hin gelegt und ein Auge zugemacht, da kommt dieser Prinz und sagt, er will mich heiraten! Kannst du dir vorstellen, wie ich den angesehen habe? ! © Angelika Jodl
Sie lieben das Präteritum Ich habe mich zuerst natürlich gefürchtet und wollte schon den Schlosshund rufen. . . © Angelika Jodl
SYNOPSE PERFEKT PRÄTERITUM Blick zurück auf die Sprechergegenwart ⇓ Nähe Authentizität Verschiebung des Blickwinkels in eine vom Sprecher entfernte Welt ⇓ Distanz Neutralere, unpersönlichere Darstellung Ereigniskette, Fluss Zeitmarkierungen nötig (vor einigen Tagen, damals, im Jahre. . . Es war einmal oder eine Ereigniskette durch einen als -Satz) Isolierte Sätze schwer zu verstehen Schriftsprache Protokollsprache Isolierte Sätze verstehbar Gesprochene Sprache Kindersprache (Süddeutsche Sprache) © Angelika Jodl
WERTHERS Anfang und Ende Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, dass ihr mir’s danken werdet. Der Alte folgte der Leiche und die Söhne, Albert vermocht’s nicht. Man fürchtete für Lottens Leben. Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet. © Angelika Jodl
Der Großmeister wechselt das Tempus Ein Nachbar sah den Blitz vom Pulver und hörte den Schuss fallen, da aber alles stille blieb, achtete er nicht weiter drauf. Morgens um sechse tritt der Bedienstete herein mit dem Lichte. Er findet seinen Herrn an der Erde, die Pistole und Blut. Er ruft, fasst ihn an; keine Antwort, er röchelte nur noch. Er läuft nach den Ärzten, nach Alberten. Lotte hört die Schelle ziehen. [. . . ] Als der Medikus zu dem Unglücklichen kam, fand er ihn an der Erde, ohne Rettung, der Puls schlug, die Glieder waren alle gelähmt. Über dem rechten Auge hatte er sich durch den Kopf geschossen, das Gehirn war herausgetrieben. [. . . ] © Angelika Jodl
Welche Zeit passt also? Was will ich schreiben? Protokoll oder Geschichte? Welche Geschichte will ich erzählen? Wem will ich sie erzählen? Soll man mich dabei hören? © Angelika Jodl
Und das. . . war es auch schon. Danke für eure Aufmerksamkeit! © Angelika Jodl
Verwirrung um Vergangenheit Orenburg 2013.ppt