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GROßEPIK
EPOS Epos ist eine erzählerische Großform in Versen, (gr. epos = Wort, Rede, Erzählung), die vornehmlich in geschichtlichen Frühzeiten der Völker auftritt. Charakteristisch für Epos sind: gehobene Verssprache, übersichtliche Struktur, Wiederholungen, Formeln. Epos entwirft möglichst umfassendes Weltbild, in dem seine handelnden Figuren fest verankert sind. In diesem Sinne ist das Epos in der deutschen Dichtung nur im anonymen Heldenepos verwirklicht.
Das Epos tritt in folgenden Formen auf: 1. Heldenepos. Es sind nur drei Heldenepen erhalten; keines davon in der Sprache des Originals: "Waltharius" (Ende des 9. Jahrhunderts) in Latein; "Niebelungenlied" (um 1200) in Mittelhochdeutsch; "Gudrunlied"( um 1240), 2. Christliches Leseepos: dichterische Darstellung des , Lebens und Leidens Jesu: "Heliand" (830), "Evangelienharmonie" Otfried von Weissenburg (vollendet 863 871) 3. Höfisches Epos: Übergangsform zum Roman, daher auch hüfischer Roman genannt. Im Gegensatz zum Heldenepos beschränkt die Wirklichkeit idyllisch zu einer rein idealischen Wirklichkeit. Hauptwerke: Heinrich von Veldeke "Eneide" (vor 1190), Hartmann von Aue "Erec"(um 1190/92), Wolfram von Eschenbach "Parzival"(1200/l 0), Gottfried von Strassburg "Tristan und Isolt"(um 12 I 0). 4. Komisches Epos. ' Das komische Heldengedicht füllt die Fonn des hohen Epos mit einem Bagatell Inhalt. Die epischen Stillmittel des hohen Epos werden parodiert (Musenanruf, rhetorische Figuren, Gleichnis u. a. ) sowie typische Szenen (Volksversammlungen, Gцtterrat, Schlachtbeschreibungen). Diese Mittel wirken, auf den trivialen lnhalt angewendet, komisch. Beispiele: Wiltenweller "Der Ring" (1510)
VOLKSBUCH Volksbuch vereinigte im wesentlichen frühneuhochdeutsche Prosanacherzählungen mittelalterlicher epischer Versdichtungen verschiedener Herkunft und erschien im 15. und 16. Jahrhundert in Buchform. Die Erfindung des Buchdruckes und der aufblühende Buchhandel bewirkten die Populariserung der Prosawerke, die ursprünglich nicht als Volkslesestoff gedacht waren, sondern als Bildungsgut einer Oberschicht. Stoffe der Volksbücher entstammen mittelhochdeutschen höfischen Epen und französischen Epen, ferner Romanen, Novellen und Legenden aus dem spätantiken und romanischen Bereich und den umlaufenden Geschichten um Abenteuer , Schwank und Magiergestalten sowie der Tierdichtung. Beispiele: "Die Historie von Herrn Tristant und der schönen Isalde von Irland" (1484), "Till Eulenspiegel (1515), "Historia von D. Johannes Faust" (1587) , "Reincke Fuchs"(1544).
ROMAN Der Roman ist eine erzählerische Großform in Prosa. Die Bezeichnung Roman bedeutet: a) ursprünglich alles in romanischer Sprache Geschriebene; b) in Frankreich eine auf altem epischen Hintergrund ruhende abenteuerliche Helden , Ritter und Liebesgeschichte in Vers oder Prosa; c) seit Ende des 13. Jahrhunderts eine erdichtete längere Erzählung in Prosa.
ROMAN Die Aufgabe des Romans ist Darstellung erdichteter menschlicher Begebenheiten, deren Hauptzweck Charakterisierung und Sittenschilderung ist, daher Darstellung besonders der Entwicklungs und Bildungsgeschichte eines einzelnen Menschen. Der Roman ist eine Erzählung, in der vom Persönlichen aus das ganze des Weltseins erfahren wird oder erfahren werden soll. Nicht mehr "das große Schicksal", sondern die seelische Entwicklung des einzelnen ist bestimmend.
ROMAN Typen : Jede Zuordnung eines Romans zu einer bestimmten Romanform ist einseitig. Es bestehen zahlreiche Einteilungsmöglichkeiten, die einander im Einzelfall überschneiden. Folgende Hauptgruppen ergeben sich: a) nach dem thematischen Ordnungsprinzip: Abenteuerroman Entwicklungsroman Zeitroman experimentierender Roman; b) nach dem formalen Ordnungsprinzip: Ich Roman Er Roman Es Roman.
ROMAN Abenteuerroman: ist eine umfassende Bezeichnung für verschiedene Formen abenteuerlicher Art. Unter anderen gehören dazu: Schelmenromane, Robinsonaden, Reiseromane, Wildwestromane, Landstreicherromane, Fantasy Romane.
ROMAN Entwicklungsroman: Kennzeichnend für ihn ist der Übergang von der Darstellung äußerer Erlebnisse zur Darstellung innerer Erlebnisse, vom Abenteuerroman zum psychologischen Roman. a) psychologischer Roman: als Höhepunkt in der deutschen Dichtung kann Goethes "Die Leiden des jungen Werthers (1774) gelten. Er ist einne gültige Gestaltung der typischen Krise jedes jugendlichen Daseins. Ausschließlicher Schauplatz der Handlung ist die Seele Werthers; seine seelische Welt zerbricht an den Grenzen, die Umwelt setzt, und erstickt an ihrem eigenen Reichtum;
ROMAN Entwicklungsroman: b) Bildungsroman: Neben der Darstellung der Persönlichkeits und Charakterentwicklung liegt der Akzent im Bildungsroman mehr auf der Darstellung , Einfluss und Wirkung der Kulturgьter. Beispiele: "Wilhehm Meisters Lehrjahre" von Goethe (1795/96), "Titan" von Jean Paul (1800/03). Im 20. Jahrhundert wurde die Form des Bildungsromans wieder aufgenommen von Th. Mann ("Der Zauberberg", 1924), H. Hesse ("Das Glasperlenspiel", 1943). B. Strauss ("Der junge Mann", 1984) u. a. ;
ROMAN Entwicklungsroman: c) Künstlerroman: Abart des Bildungsromans, im wesentlichen Maler Dichter oder Musikerroman. Z. B. E. T. A. Hoffman "Kreisleriana", 1910, Keller G. "Der grüne Heinrich", 1854/55. P. Härtling "Hälderlin" 1976; d) Erziehungsroman: Sonderform des Bildungsromans bei betontem Hervortreten pädagogischer Tendenzen. Vorbild war der Roman von J. J. Rousseau "Emil oder über die Erziehung", 1762. In der deutschen Literarur: Pestalozzi "Lienhard und Gertrud", 1781/87, Härtling "Niebsch oder Stillstand", 1975; e) Zeitroman: Zeitroman ist ein Oberbegriff für diejenigen Romantypen, die weder das abenteuerliche Ereignis noch die psychologische Entwicklung, sondern allgemeinere, überindividuelle Themen gestalten Als Untergruppen sind zu unterscheiden: utopischer Roman, historischer Roman, Gesellschaftsroman, Großstadtroman, Dorf und Heimatroman.
ROMAN Entwicklungsroman: f) Experimentierender Roman: Im experimentierenden Roman wird die alte Romanform aufgelöst durch: · Zweifel an dem alles wissenden Erzähler; · Entpsychologisierung: statt der Darstellung von Charakteren werden Träume dargestellt. Seit Kafka setzt das ein und bedeutet "Ablösung der realistischen, kausal psychologischen Erzählweise durch ein (mystisches) Auflleben der zeit räumlichen Gesetzlichkeit; des Vorder und Hintergründigen, des Realen und Irrealen, des Sinnlichen und Übersinnlichen in ein Geschehen komplexer Gegenwärtigkeit und des Einbruchs von Zufall und alogischem Geheimnis" (Schwerte, 89) · neues Verhältnis zur Zeit: alle Wirklichkeit ist Schein und Lüge, nur die erinnernde Vergegenwärtigung besitzt Wahrheit: Hauptthema ist das Zeitbewusstsein. "Äußere Zeit" wird in "innere Zeit" verwandelt, in die "reine Dauer". Der moderne Roman will die se Zeit im Kunstwerk halten; · Versuch, den Bewusstseinsstrom in der Romanfigur festzuhalten. Der Autor erzählt nicht das, was geschehen ist, sondern von etwas, was geschehen will. · Weitung des Erzählraums ins Unbegrenzte. Die Einheit der epischen Erzählordnung wird bewusst zerschlagen, z. B. durch plötzliches Verlassen der Situation und den Übergang zur philosophischen Reflexion oder Desillusion einer Situation, durch Einblenden einer Reklame usw. · verfremdende Eingruppierungen bzw. rein assoziative Reihung von scheinbar Zusammenhanglosem: Montage, übernommen von der Bild und Erzählkunst des Films. Beispiele deutscher Dichtung: Th. Mann "Lotte in Weimar", 1939, "Doktor Faustus" 1947; R. Musil "Der Mann ohne Eigenschaften" 1930/4.
ROMAN Romanformen nach formalem Ordnungsprinzip: 1. Ich Roman: Ich Roman löst eine fingierte Geschichte, in der das Erzählte von der erzählenden Person als selbserlebt ausgegeben wird. Die Erzählperspektive ist eingeengt, da nur von einem Standpunkt aus die Geschehnisse betrachtet werden. Sonderform des Ich Romans ist der Briefroman. Als Abart des Briefromans wird der Tagebuchroman betrachtet. 2. Er Roman: Der Er Roman ist gekennzechnet durch Anwesenheit eines auswählend wertenden, gelegentlich kommentierenden und auch den Leser unmittebar ansprechenden Erzählers. 3. Es Roman: Im Gegensatz zu medialisierten Erzählungen (Ich Roman, Er Roman) wird dargestelltes Geschehen nur unmittelbar vorgeführt. Hier gibt es keinen Erzähler; seine Stelle nehmen Gestalten ein, deren Bewusstsein sich dem Leser öffnet in einer anscheinend unredigierten Spiegelung von Bewusstseinsprozessen.
Novelle stammt aus dem Italienischen: novelle = Neuigkeit. Daher muss sie den Charakter des Neuen und Überraschenden haben. Das Neue kann sich in einem ungewöhnlichen Charakter zeigen, häufiger aber in einem Ereignis, das den Mittelpunkt der Geschichte ausmacht.
Novelle Für die Novelle, die eine Mittelstellung zwischen Kurz und Langerzählung nimmt, sind folgende Kriterien charakteristisch: a) Geflecht von Vorfall und Mensch, Verknüpfung von Schicksal und Charakter; b) Wendepunkt: Kristallisation; die Novelle ist in ihrer Bauform um ein Mittelpunktereignis zentriert; alles wird in einem einzigen Vorfall zusammengefasst, von dem aus das Leben des Helden dann nach rückwärts und nach vorwärts bestrahlt wird. c) Konzentrierung des Erzählten, äußerste Verdichtung und abgekürzte Darstellung, vielfältige Verkürzungstechnik (kunstvolle Aussparungen der Zeitgestaltung, Fortfall retardierender Momente, Einsträngigkeit der Handlungsführung u. a. Struktureller Aufbau: knappe Exposition, zusammenraffendes Hinführen zum Höhe und Wendepunkt, Abfall und Ausklang. d) szenischer Ausschnitt statt eines breiten Gemäldes. Schauplätze sind oft wie Bühnenbilder gestaltet, keine Milieuschilderung.
Novelle Beispiele aus der deutschen Dichtung: H. v. Kleist "Michael Kolhaas", Märchennovellen von Romantikern (T. A. Hoffman, Brentano, Arnim u. a. ) Th. Mann, S. Zweig, A. Schnitzler, F. Kafka, L. Frank u. v. a.


