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Abai Qunanbajuly
ABAI QUNANBAJULY Abai (Ibrahim) Qunanbajuly (kasachisch Абай (Ибраһим) Құнанбайұлы; russisch Абай Кунанбаев/Abai Kunanbajew; * 29. Juli /10. August 1845 bei Semei, damals Semipalatinsk; † 23. Juni/ 6. Juli 1904. bei Semei) war ein kasachischer Dichter, Schriftsteller und Denker.
LEBEN Abai wurde 1845 als Ibrahim Qunanbajuly in der Familie eines kasachischen Geschlechtsoberhauptes (Bij) im heutigen Gebiet Ostkasachstan in den Tschingis-Bergen geboren. Wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten bekam er den Beinamen Abai – "der Kluge, der Einsichtige", unter welchem er später bekannt wurde.
Während der Kindheit lernt Abai in der Medresse des Ahmed-Riza und gleichzeitig in einer russischen Gebietsschule. Schon mit 13 Jahren beginnt er Gedichte zu schreiben. Er liest leidenschaftlich gerne und lernt die Werke der großen Dichter und Schriftsteller Europas kennen. Besonders starken Einfluss üben Alexander Puschkin, Michail Lermontow, Johann Wolfgang von Goethe und Lord Byron auf den jungen Dichter aus. Der Einfluss war so stark, dass er als erster einige Werke von obengenannten Dichtern ins Kasachische übersetzt hat.
Als er 40 ist fängt er ernsthaft mit dem Schreiben an. Seine Gedichte, Aphorismen und philosophischen Schriften finden auch unter Russen große Beachtung. Schon zu Lebzeiten wurde er unter Kasachen und den Nachbarvölkern hoch verehrt. Aus allen Teilen der großen Steppe zogen zu ihm Menschen, um Rat zu erfragen oder zu diskutieren.
GEISTIGES ERBE UND BEDEUTUNG Die Bedeutung von Abai für die kasachische Literatur, Kultur und sogar die kulturelle Entwicklung des Volkes wird allgemein als sehr hoch eingeschätzt. In seinen Gedichten, Erzählungen und Musikstücken benutzte er viele Genres und Formen, die in der kasachischen Literatur und Musik bisher unbekannt waren. Als hochgebildeter Mensch, der viele Sprachen beherrschte, übersetzte er zahlreiche Klassiker der Weltliteratur ins Kasachische und sorgte für die Eröffnung neuer Schulen, um dieses Erbe der Weltkultur breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.
Im modernen Kasachstan ist Abai zur nationalen Symbolfigur geworden. Seine Schriften sind in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Seinen Namen trägt die Nationaluniversität in Almaty und die Stadt Abai im Gebiet Qaraghandy. Die zweibändige Biographie des Dichters – „Der Weg von Abai“ („Abai shol“) von Muchtar Auesow gilt wiederum als eines der besten Bücher der modernen kasachischen Literatur. In seiner Heimatstadt Semei gibt es zu Ehren des Dichters das Abai-Qunanbajuly. Literaturmuseum.
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