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Psychologie des Internet Einführung für Erstsemester Joachim Funke Psychologisches Institut, Uni Heidelberg Version: 22. Psychologie des Internet Einführung für Erstsemester Joachim Funke Psychologisches Institut, Uni Heidelberg Version: 22. 10. 2003

Psychologie des Internet (Funke) Überblick Bereich 1: Beratung & Therapie im Netz Bereich 2: Psychologie des Internet (Funke) Überblick Bereich 1: Beratung & Therapie im Netz Bereich 2: Umfragen, Feldforschung und Experimente Bereich 3: Online-Learning Web-based Training Bereich 4: Unterhaltung und Emotionen im Netz -2 -

Psychologie des Internet (Funke) Bereich 1: Beratung & Therapie im Netz a. Informationen zu Psychologie des Internet (Funke) Bereich 1: Beratung & Therapie im Netz a. Informationen zu Klinischer Psychologie im Netz u für Therapeuten u für Klienten u Online-Selbsthilfe a. Professionelle Hilfeangebote im Netz u Seelsorge u Psychotherapeuten online asinnvolle Medienpräsenz von Psychotherapeuten a. Vor- und Nachteile verschiedener Internet-Dienste und mögliche Implikationen für die Therapie u E-Mail, IRC/Chat, MUDs Janssen, L. (Ed. ). (1998). Auf der virtuellen Couch. Selbsthilfe, Beratung und Therapie im Internet. Bonn: Psychiatrie-Verlag. -3 -

Psychologie des Internet (Funke) Informationen zu Klinischer Psychologie im Netz Informationen für Therapeuten: a. Psychologie des Internet (Funke) Informationen zu Klinischer Psychologie im Netz Informationen für Therapeuten: a. WWW-Seiten: großes Themenspektrum im Bereich klinische Psychologie/Psychotherapie! Beispiele: u Infos zum Psych. Th. G (bdp) u Clinical Psychology Resources (Uni Bonn) u Psychoanalytische Ressourcen im WWW (Parfen Laszig) u Seiten von Wolfgang Dorrmann u Psychologie. de afachlicher Austausch auf kollegialer Ebene (Mailinglisten) a. Möglichkeiten für Online-Supervision bzw. Intervision (z. B. moderierter Chat; noch Zukunftsmusik!) adiagnostische Hilfestellungen (Bsp: Projekt ICD 10) -4 -

Psychologie des Internet (Funke) Informationen 2 Informationen für Klienten: a. Wie finde ich einen Psychologie des Internet (Funke) Informationen 2 Informationen für Klienten: a. Wie finde ich einen guten Psychotherapeuten? u Bsp. : Österreichische Psychotherapie-Seite a. Finanzierungsmöglichkeiten von Therapie u Bsp. : Psychothek a. Alkohol: Kann man „kontrolliert“ trinken? u Info-Seite von Joachim Körkel a. Was kann Psychotherapie leisten, was nicht? u Insgesamt: es können unverbindlich Informationen eingeholt und Erwartungen geklärt werden u Hemmschwelle sinkt u Kontaktaufnahme meist möglich! -5 -

Psychologie des Internet (Funke) Informationen 3 Selbsthilfe: a. Selbsthilfematerialien (meist erstellt von professionellen Therapeuten), Psychologie des Internet (Funke) Informationen 3 Selbsthilfe: a. Selbsthilfematerialien (meist erstellt von professionellen Therapeuten), z. B. : u Crisis, Grief and Healing von Tom Golden u Suicide-Helpline von John Grohol a. WWW-Seiten „von Betroffenen für Betroffene“: u Bsp. : Die schwarze Rose a. Selbsthilfegruppen u Newsgroups, Ratgeber Angst oder Chat-Channels u große thematische Bandbreite u Anonymität möglich • oft Vorteil (niedrigere Hemmschwelle), • manchmal Nachteil (unentdeckte Verletzungen/Enttäuschungen) -6 -

Psychologie des Internet (Funke) Professionelle Hilfeangebote im Netz u Seelsorge-Einrichtungen über E-Mail oder Chat Psychologie des Internet (Funke) Professionelle Hilfeangebote im Netz u Seelsorge-Einrichtungen über E-Mail oder Chat zu erreichen (Bsp. Leitseite der Telefonseelsorge) • niedrigschwelliges Angebot • Vorteil für sprachgestörte oder schwerhörige/taube Menschen • neue Zielgruppe erreichbar u Angebote von professionellen Therapeuten aethische Probleme (Döring, 2000, S. 531): u Professionalität • „Gütesiegel“ bzw. offizielle Prüfung wünschenswert u Vertraulichkeit • medial erhöhtes Risiko von Datenschutz-Verletzungen u Verbindlichkeit • E-Mail-Adresse allein nicht ausreichend! -7 -

Psychologie des Internet (Funke) sinnvolle Medienpräsenz von Psychotherapeuten 1 Professionalität: wie grenze ich mich Psychologie des Internet (Funke) sinnvolle Medienpräsenz von Psychotherapeuten 1 Professionalität: wie grenze ich mich von unseriösen, „selbsternannten“ Therapeuten ab? a. Art der Information a. Verantwortungsbewußtsein bezüglich der medienspezifischen Vorund Nachteile (keine illusorischen Versprechungen) a. Idee eines „National Register“ Intention klarmachen: a. Biete ich Online-Beratung an oder schaffe ich „nur“ Möglichkeit zur Kontaktaufnahme für eine „reale“ Therapie? Eigenwerbung ist berufsrechtlich verboten/ wirkt unseriös! a. Musterprozeß Zahnarzt Dr Vorbeck, Trier aproblematisch: Online-Praxis Brigitte Schmitt, Praxis Volker Drewes -8 -

Psychologie des Internet (Funke) sinnvolle Medienpräsenz 2 Stattdessen: Selbstdarstellung nach fachlichen Gesichtspunkten: aangewendete Verfahren Psychologie des Internet (Funke) sinnvolle Medienpräsenz 2 Stattdessen: Selbstdarstellung nach fachlichen Gesichtspunkten: aangewendete Verfahren und damit behandelbare Störungen apersönliche Qualifikationen, z. B bei Therapy. Online. ca a. Organisatorisches bezüglich Kontaktaufnahme und weiterem Verlauf a. Finanzierungsmöglichkeiten a. Evtl. weiteres Info-Material bereitstellen (s. Bsp. Sondermann; Flugangst: www. freyflug. de) Vorteile: a. Hypertext-Struktur im Vergleich zum herkömmlichen Faltblatt azusätzliche Erreichbarkeit/Vergrößerung des Kreises potentieller Klienten a. E-Mail-Möglichkeit zur Kontaktaufnahme -9 -

Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile verschiedener Internet-Dienste a. Einige grundsätzlich erschwerende Umstände: Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile verschiedener Internet-Dienste a. Einige grundsätzlich erschwerende Umstände: u Datenschutz (beidseitig!) u Klient kann sich jederzeit „ausklinken“, Überreaktionen können evtl. nicht aufgefangen werden u erhöhte Gefahr von Mißverständnissen durch geringere Kontrollierbarkeit der Situation (Fehlen der nonverbalen cues; außerdem können z. B. technische Probleme als Kontaktabbruch mißinterpretiert werden) u Storm A. King über Pro und Contra der Online-Therapie anachfolgend einige (z. T. spekulative) Überlegungen bezüglich der einzelnen Internet-Kanäle u Email u Chats u MUDs - 10 -

Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 1: Email a. Asynchrone Kommunikation: u Klient Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 1: Email a. Asynchrone Kommunikation: u Klient ist ohne unmittelbare Begleitung den Interventionen des Therapeuten ausgesetzt (setzt ein Mindestmaß an psychischer Stabilität voraus) u Intervention evtl. gar nicht mehr angemessen, wenn sie den Klienten erreicht (Gefühlslagen und Befindlichkeiten können sich schnell ändern) u krisenhafte Entwicklungen bleiben vielleicht zu lange unentdeckt ageringere Kontaktschwelle aschriftliches Ausformulieren der Probleme (in aller Ruhe) setzt andere Art der Reflexion in Gang u es entstehen dokumentierbare „Werke“, Prozeß gut nachvollziehbar! u aber auch: Nachweis von Therapiefehlern, Fälschbarkeit, etc. a. John Grohol: Definition von ‘e-therapy‘ - 11 -

Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 2: Chat Eher small-talk-Ebene abietet sich eher Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 2: Chat Eher small-talk-Ebene abietet sich eher zur Ablenkung von als zur Auseinandersetzung mit Problemen an (nicht als einzige Ebene geeignet) anützlich z. B. bei chronischen (somatisch bedingten) Schmerzen virtuelle Aktionen möglich, Experimentierfeld! a. Ausagieren von Phantasien a. Aufbrechen von starren Verhaltensmustern parallele Kommunikation privat und öffentlich möglich! a. Faszinierende Möglichkeit bei sozialen Störungen: „Agieren“ und simultane Aufarbeitung „privat“ mit der Therapeutin a. Möglichkeit z. B. : abwechselnd Chat- und „reales“ Treffen (RL) - 12 -

Psychologie des Internet (Funke) Bsp. Chat mit Minister Frankenberg 27. 11. 02, 13: 30 Psychologie des Internet (Funke) Bsp. Chat mit Minister Frankenberg 27. 11. 02, 13: 30 ff - 13 -

Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 3: MUDs Charakteristika: a. Rollenspiele in Phantasiewelten Psychologie des Internet (Funke) Vor- und Nachteile 3: MUDs Charakteristika: a. Rollenspiele in Phantasiewelten a. Erschaffen einer eigenen virtuellen Identität (Comic-Figur, Tier, Phantasy-Held, prominente Persönlichkeit, . . . ) agleichzeitig viele Teilnehmer. Innen, soziale Interaktion! a. Entstehung von Freundschaften, siehe Utz (2000) Selbsterfahrungscharakter anoch verstärktes Ausagieren von Phantasien („Selbstexploration“) ades öfteren werden Vergleiche zum Psychodrama gezogen Möglichkeit, auf verschiedene Patientengruppen zugeschnittene Realitäten zu programmieren avereinzelte Modellversuche, aber prinzipiell noch Zukunftsmusik - 14 -

Psychologie des Internet (Funke) Avatare als „decision supporter“ Sundin, C. , & Friman, H. Psychologie des Internet (Funke) Avatare als „decision supporter“ Sundin, C. , & Friman, H. (Eds. ) (2000). ROLF 2010. The way ahead and the first step. Stockholm: Swedish National Defence College. - 15 -

Psychologie des Internet (Funke) Bereich 2: Umfragen, Feldforschung und Experimente a Datenerhebung im Internet Psychologie des Internet (Funke) Bereich 2: Umfragen, Feldforschung und Experimente a Datenerhebung im Internet (nach Batinic & Bosnjak, 2000, S. 288): WWW: HTML-Formulare Fragebogenuntersuchungen Reaktive Verfahren Online-Interviews E-Mail: ASCII-Fragebögen IRC-Interviews in virtuellen Welten Experimente im WWW Nicht-reaktive Verfahren Server-Log-Analyse Beobachtungen IRC Virtuelle Welten - 16 -

Psychologie des Internet (Funke) Nicht-reaktive Verfahren Nicht-reaktive Datenerhebungen: a. Anfallende, öffentlich zugängliche Daten (z. Psychologie des Internet (Funke) Nicht-reaktive Verfahren Nicht-reaktive Datenerhebungen: a. Anfallende, öffentlich zugängliche Daten (z. B. Newsgroup-Postings, Logfiles von Chats) werden ausgewertet (= Internet als Forschungsgegenstand) Fragestellungen für nicht-reaktive Datenerhebung im Internet: a. Kommunikationsstrukturen a. Emotionsvermittlung/ Emotionsausdruck a. Fragestellungen der Sprachpsychologie a. Suchverhalten (Bsp. Search. Spy-Optionen der Suchmaschinen) a. . . - 17 -

Psychologie des Internet (Funke) Umfragen per Email/Newsgroups Nur Fragebogen-Untersuchungen möglich: Mail: Serienbrief-Funktion möglich a. Psychologie des Internet (Funke) Umfragen per Email/Newsgroups Nur Fragebogen-Untersuchungen möglich: Mail: Serienbrief-Funktion möglich a. Datenschutz bedenken! a. Hohe Rücklaufquoten awoher bekommt man Adressen? Newsgroups: a. Nachteil: Untersuchung „spricht sich rum“ a. Verweigererquote unklar, weil Stichprobe unklar (externe Validität!) aübertriebenes „crossposting“ verstößt gegen Netiquette aspeziell für Untersuchungen eingerichtete Newsgroups: de. alt. umfragen; alt. usenet. survey - 18 -

Psychologie des Internet (Funke) Experimente Auch Experimente möglich (interaktive Elemente etc. ) Server zeichnet Psychologie des Internet (Funke) Experimente Auch Experimente möglich (interaktive Elemente etc. ) Server zeichnet jeden Mausklick der Vpn, Zeiten etc. auf Voraussetzungen: a. HTML-Seite anlegen a. CGI-Skript (um Daten der Vpn empfangen und bearbeiten zu können) wichtig zu beachten: abesonders genaue Instruktionen, da Rückfragemöglichkeiten fehlen a. Kontaktmöglichkeit zur Verfügung stellen, damit Vpn Kritik, Fragen etc. äußern können aevtl. der Vp Rückmeldung über Ergebnis/erreichte Leistung geben (manchmal aus ethischen Gründen kritisch. . . ) aethische Grundsätze! (siehe weiter unten) - 19 -

Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 1: Repräsentativität Ä ‚typischer‘ Internet-Nutzer Normalbevölkerung (z. B. : Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 1: Repräsentativität Ä ‚typischer‘ Internet-Nutzer Normalbevölkerung (z. B. : geringer Frauenanteil; viele Studenten und Akademiker; geringes Durchschnittsalter) Ä aber: mit dem ‚Internet-Boom‘ der letzten Jahre ist zunehmende Angleichung zu erwarten! Ä Außerdem: konventionelle psychologische Experimente rekrutieren fast ausschließlich Psychologie-Studierende als Vpn (noch geringere Repräsentativität!) Ä Kontrollmöglichkeit: Replikationen konventioneller Experimente im Netz bzw. Vergleich Internet - lokale Teilstichproben - 20 -

Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 2: Stichprobe Ä Stichprobe kann sehr groß werden, dh. Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 2: Stichprobe Ä Stichprobe kann sehr groß werden, dh. hohe statistische Power! Ä Vorteil: hohe Durchführungsobjektivität; kaum Versuchsleiter. Effekte Ä Probleme, die (teilweise) kontrolliert werden können: - 21 - Ä Mehrfachteilnahme ( Vpn um persönliche Angaben bitten) Ä Pausen ( können registriert werden) Ä unerlaubte Kooperation mehrerer Vpn ( auf Wichtigkeit der seriösen Teilnahme hinweisen) Ä technische Störvariablen ( unkontrollierbar, können aber als ‚randomisiert‘ aufgefaßt werden) Ä dynamische Grundgesamtheit (zugrundeliegende Population ändert sich schnell) Ä ‚mehrstufige Selbstselektion‘ der Vpn ( auch Vorteile: wer dabei bleibt, ist wirklich motiviert; selektive ‚Drop-outs‘ decken Konfundierungen auf)

Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 3: Ethik * Hinter dem Problem der Selbstselektion steckt Psychologie des Internet (Funke) Besonderheiten 3: Ethik * Hinter dem Problem der Selbstselektion steckt ethisch hoher Standard: * Vp hat wirklich zu jedem Zeitpunkt die freie Entscheidung, ob sie Untersuchung fortsetzen oder abbrechen will * Vertraulichkeit der Daten! * Ethische Leitlinie: * Der Vp darf kein Schaden entstehen, u. U. aufpassen bei Rückmeldung der Ergebnisse! * Vp darf nicht getäuscht werden; Aufklärung nötig! * Ethische Regeln und Standards international uneinheitlich! * DGPs und BDP: gemeinsame Richtlinien - 22 -

Psychologie des Internet (Funke) pragmatische Vorteile a. Kosten/Aufwand der Erhebung stark reduziert! a. Automatisierbarkeit Psychologie des Internet (Funke) pragmatische Vorteile a. Kosten/Aufwand der Erhebung stark reduziert! a. Automatisierbarkeit von Durchführung und Auswertung a„Experiment kommt zur Vp“: zwar geringere Kontrollierbarkeit, aber größere ökologische Validität, da sich Vp nicht in einer ‚künstlichen Situation‘ befindet ahohe Flexibilität: Vp ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden; keine langwierigen Terminabsprachen! a. Gelegenheitsstichprobe der „Internet-Nutzer“ ist immer noch heterogener als die der Psychologie-Studierenden! - 23 -

Psychologie des Internet (Funke) neue Möglichkeiten a. Bessere Realisierbarkeit von Studien im interkulturellen Bereich Psychologie des Internet (Funke) neue Möglichkeiten a. Bessere Realisierbarkeit von Studien im interkulturellen Bereich a. Vpn aus sehr spezifischen Zielpopulationen werden erreichbar ahohe Transparenz der aktuellen Forschungsprojekte durch Öffentlichkeit der Experimente awissenschaftlicher Austausch schon vor/während der Erhebungsphase möglich! a. Zukunftsvision von Online-Publikationen: Man kann per ‚link‘ das Experiment ‚live‘ nacherleben a. Flexibilität (dynamisches/adaptives Testen wird möglich) - 24 -

Psychologie des Internet (Funke) Bewertung und Beispiele a. Fazit: u WWW-Experimente eignen sich für Psychologie des Internet (Funke) Bewertung und Beispiele a. Fazit: u WWW-Experimente eignen sich für all die Forschungsbereiche, in denen es nicht auf eine exakt kontrollierte Laborsituation ankommt u Ansonsten bieten Online-Datenerhebungen der psychologischen Forschung neue und interessante Möglichkeiten u genauere Validierung dieser neuen Forschungsmethodik steht noch aus! a. Beispiele: u Web-Labor von Ulf Reips u Trierer kognitionspsychologisches Experimental-Labor - 25 -

Psychologie des Internet (Funke) Bereich 3: Online-Learning Web-based Training Generelle Bedeutung von Lernen Konzept Psychologie des Internet (Funke) Bereich 3: Online-Learning Web-based Training Generelle Bedeutung von Lernen Konzept der „Zielbezogenen Szenarien“ (Schank) Beispiele Evaluation Döring, N. (2000). Lernen und Lehren im Internet. In B. Batinic (Ed. ), Internet für Psychologen. Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage (pp. 443 -478). Göttingen: Hogrefe. - 26 -

Psychologie des Internet (Funke) Bedeutung von Lernprozessen für Unternehmen a. Transfer von Lernresultaten u Psychologie des Internet (Funke) Bedeutung von Lernprozessen für Unternehmen a. Transfer von Lernresultaten u Problem vieler PE-Maßnahmen: Fehlender Transfer in die Praxis u Bsp. Simulationen: nette Auflockerung eines AC, aber kein Transfer auf eigene Arbeitstätigkeit u daher z. B. Einsatz von Modellbildung sinnvoll a. Neue Medien zum Lernen u verstärkt Übergang zu multimedialen Lernformen • stärker individualisierbar • schneller modifizierbar u Probleme von hypermedialen Informationen • behauptete Überlegenheit von Hypermedien gegenüber traditionellem Text fraglich, vermutlich vorwissensabhängig! • experimentelle Untersuchungen von Gerdes (1997) zum Vergleich der Wissensstrukturen bei Hypermedien bzw. linearem Text zeigen Überlegenheit klassischer Darbietungsform für Novizen Gerdes, H. (1997). Lernen mit Text und Hypertext. Lengerich: Pabst. - 27 -

Psychologie des Internet (Funke) Aber. . . Es gibt mehrere Vorbehalte in Unternehmen gegenüber Psychologie des Internet (Funke) Aber. . . Es gibt mehrere Vorbehalte in Unternehmen gegenüber neuen (learning-by-doing) Lern-Techniken a. Dauert zu lange und kostet zuviel u „alte“ Lernverfahren sind berechenbar (z. B. kostet ein Training von 100 Angestellten mit Manual X eine Woche und $10. 000) - learning-bydoing ist weniger gut berechenbar a. Ist nicht effektiv u Trainingsabteilungen meist nicht sehr respektiert, Langzeit. Wissenszuwächse weniger interessant als kurzfristige Profite a. Keine standardisierte Testverfahren u Manager wünschen standardisierte Tests, um Fortschritt und Erfolg zu messen - aber: wie kann man messen, ob eine Dienstleistung mit mehr Emphase erbracht wird oder ein Manager gelernt hat, richtige Prioritäten zu setzen? - 28 -

Psychologie des Internet (Funke) Zielbezogene Szenarien (Schank, 1994, 1997) a. Ausgangspunkt u natürliche Lernziele Psychologie des Internet (Funke) Zielbezogene Szenarien (Schank, 1994, 1997) a. Ausgangspunkt u natürliche Lernziele werden in der Schule durch künstliche ersetzt u generelle Prinzipien (z. B. der Satz des Pythagoras) nicht für sich wertvoll, sondern müssen in „Fällen“ verankert werden, um behalten zu werden u Lernen für eine Wirtschaftsunternehmen findet „on the job“ statt a. Global-based scenarios (GBS) u Lernender soll ein wohl definiertes Ziel erreichen und dabei sowohl Fertigkeiten üben als auch Erfahrungen sammeln u natürliche Szenarien • z. B. Lernen einen Gabelstapler zu fahren u künstliche Szenarien • frei erfundene Zielsetzungen werden mit einem Satz von Fertigkeiten kombiniert • Bsp. BWL bzw. Physik - 29 - Schank, R. (1997). Virtual learning. A revolutionary approach to building a highly skilled workforce. New York: Mc. Graw-Hill.

Psychologie des Internet (Funke) Matrix von Lernorten nach Schank (1997, p. 56) - 30 Psychologie des Internet (Funke) Matrix von Lernorten nach Schank (1997, p. 56) - 30 -

Psychologie des Internet (Funke) Unterrichtsmodelle nach Döring (2000, p. 445) Vermittlungs-Paradigma Problemlösungs-Paradigma Selbstlernen • Psychologie des Internet (Funke) Unterrichtsmodelle nach Döring (2000, p. 445) Vermittlungs-Paradigma Problemlösungs-Paradigma Selbstlernen • Explizites Selbstlernen als schrittweises Bearbeiten von Lehrmaterialien • Steuerung durch Lehrkraft • Implizites Selbstlernen durch Operieren mit offenen, interaktiven Lernmaterialien • Steuerung durch Lernenden Präsenz. Unterricht • Dozentenzentrierter (frontaler) Unterricht mit Vorträgen, Referaten • Steuerung durch Lehrkraft • Gruppenzentrierter Unterricht durch Diskurs und gemeinsame Arbeit an Aufgaben • Steuerung durch Gruppe Fern. Unterricht • Fernkurs als schrittweises Bearbeiten von Lehrmaterial unter Kontrolle eines Lehrers • Steuerung durch Medien/Lehrkraft • Kooperatives Fernlernen durch Diskurs und gemeinsame Arbeit an realitätsnahen Aufgaben • Steuerung durch Gruppe Döring, N. (2000). Lernen und Lehren im Internet. In B. Batinic (Ed. ), Internet für Psychologen. Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage (pp. 443 -478). Göttingen: Hogrefe. - 31 -

Psychologie des Internet (Funke) Unterrichtsmodelle und Internet-Aktivitäten Nach Döring (2000, p. 445) lassen sich Psychologie des Internet (Funke) Unterrichtsmodelle und Internet-Aktivitäten Nach Döring (2000, p. 445) lassen sich die Unterrichtsmodelle durch vier zentrale Internet-Aktivitäten unterstützen: a. Informationen abrufen u Abruf von Skripten etc. a. Informationen anbieten u Realisierung eigener Publikationen, Initiierung einer Diskussion a. Kommunizieren u „Wissensbildungsgemeinschaft“, Kontakt zw. Novizen & Experten a. Kooperieren u Wechselseitiges Fragen und Erklären, diskursiver Austausch über Unterrichtsthema - 32 -

Psychologie des Internet (Funke) www. aavln. com: Arthur Andersen Virtual Learning Network a. What Psychologie des Internet (Funke) www. aavln. com: Arthur Andersen Virtual Learning Network a. What is online learning? u Online learning is the ability to provide training to groups of people based on the use of the World Wide Web. As long as the student has Internet connectivity they can access any course, at any time a. How much time does it take to complete a course? u Course completion is dependent on the user. Online learning is self-paced study; therefore, some students can quickly go through a course and the associated assessment while others might take longer. a. Is WBT (Web-based training) going to replace ILT (Instructor-led training)? u Instructor-led training is predicted to comprise 70 -80 % of teaching delivery. Many students prefer the human interaction and „real-time“ class participation that ILT offers. However, WBT provides a simpler way to transfer learning, especially to a global work force. WBT provides a quick and efficient way for training transference. Product and strategy information can be relayed to a sales force, including new hires while minimizing the amount of time a salesperson invests - no travel time and costs, flexibility in delivery training whenever someone wants it. - 33 -

Psychologie des Internet (Funke) Online-Learning: Interessante Links ahttp: //www. engines 4 ed. org/hyperbook/ u Psychologie des Internet (Funke) Online-Learning: Interessante Links ahttp: //www. engines 4 ed. org/hyperbook/ u Web version of „Engines for Education“ von Roger Schank - 34 -

Psychologie des Internet (Funke) Web. CT. com Serversoftware zum Kurs-Management a. Wesentlich leistungsstärker als Psychologie des Internet (Funke) Web. CT. com Serversoftware zum Kurs-Management a. Wesentlich leistungsstärker als der nicht-kommerzielle (kostenlose) Server Nice. Net u www. nicenet. org Nicenet a. Spezielle Anwendung eines Web. CT E-Learning Servers: u HEICUMED: Heidelberger Klinisches Curriculum - 35 -

Psychologie des Internet (Funke) University of Phoenix: Bildung als Produkt a. Artikel in ZEIT Psychologie des Internet (Funke) University of Phoenix: Bildung als Produkt a. Artikel in ZEIT 4/2001“Bildung als Produkt: Die größte private Universität der USA lehrt traditionelle Hochschulen das Fürchten“ u URL zur University of Phoenix a. Mit 75. 000 Studierenden inzwischen größte Uni Amerikas u Rein kommerzielle Ausrichtung: Lehre, keine Forschung u Phoenix online bietet ein 24 -7 -Studium u Nur beschränktes Fächerangebot (Wirtschaft, Technik, Informatik; Kurse für Lehrer, Krankenschwestern und Justizangestellte; nicht im Angebot: Philosophie, Kulturwissenschaften, Sprachen, Mathematik) u Wenig Theorie, viel Praxis: (nicht-promovierte) Instrukteure als Dozierende u Aufheben des Semester-Prinzips - 36 -

Psychologie des Internet (Funke) Evaluation von E-Learning a. Empirische Studien u Meta-Analyses on Computer Psychologie des Internet (Funke) Evaluation von E-Learning a. Empirische Studien u Meta-Analyses on Computer Learning a. Politische Statements u USA Kongressbericht: The Power of the Internet for Learning: Final. . . a. Deutsche Angebote u www. fernuni-hagen. de Home Page Fern. Universität Hagen u www. viror. de VIROR - Virtuelle Hochschule Oberrhein u www. incops. de: Kognitive Psychologie - 37 -

Psychologie des Internet (Funke) Bereich 4: Unterhaltung und Emotionen im Netz astarkes Bedürfnis nach Psychologie des Internet (Funke) Bereich 4: Unterhaltung und Emotionen im Netz astarkes Bedürfnis nach Unterhaltung im Netz (in Klammern: Anzahl der Hits bei google. com 10/2003): u Sex (90. 000), Erotik (9. 000) & Pornographie (porn: 12. 400. 000; Bsp. für Männer: www. sex. com, für Frauen: www. frauenerotik. de) u Videos (79. 300. 00; Bsp. www. heavy. com) u Humor (33. 600. 000; Bsp. www. humor. de) u Music (170. 000; Bsp. Napster) u Spiele (34. 200. 000; games: 178. 000. 00; Konsolen, PC-Software etc; http: //www. gamez. de/ ) u Politik (44. 700. 000; Bsp. Parteien) u Urlaub (22. 400. 000) & Reisen (50. 400. 000; Bsp. reisen. de) u Fussball (5. 200. 000; fussball. ticker. de - Rund um den Fußball) u Saufen (181. 000; Bsp. Saufen. de - Die Funsite No. 1 im Internet) - 38 -

Psychologie des Internet (Funke) Emotionen a. Emotionen (in Klammern: Anzahl der Hits bei google. Psychologie des Internet (Funke) Emotionen a. Emotionen (in Klammern: Anzahl der Hits bei google. com 10/2002): u Liebe (5. 760. 000) u Leistung (1. 789. 000) u Freude (1. 110. 000 u Lachen (788. 000; Bsp. lachen. de - der grüne Wahnsinn !!!) u Zorn (379. 000) u Ärger (135. 000; Bsp. S T R E I T P U N K T www. streitpunkt. de) u Wut (322. 000; Bsp. trend onlinezeitung für die alltägliche wut I. . . ) u Rache (326. 000; Bsp. www. rache. de) u Selbsthilfe: Emotions Anonymous - 39 -

Psychologie des Internet (Funke) Unterhaltungsindustrie (UI): Zahlen Aus dem Deal Survey 2000 von Arthur Psychologie des Internet (Funke) Unterhaltungsindustrie (UI): Zahlen Aus dem Deal Survey 2000 von Arthur Andersen: a. Westeuropäische UI 1999: 35 Mrd € Umsatz (+5%) u Davon Fernsehen 20 Mrd € Umsatz (+8%), Musik 10 Mrd € Umsatz (+/-0%), Radio 3. 3 Mrd € Umsatz (+6%), Film 1. 7 Mrd € Umsatz (+3%) a. Nordamerikanische UI 1999: 109 Mrd € Umsatz (+5%) a. Zum Vergleich: Umsatz der Tabakindustrie ist in den letzten 15 Jahren von 60 auf 45 Milliarden Dollar gesunken Wichtige Wachstumsfaktoren: a. Technologischer Fortschritt (Internet, Digitalisierung) a. Freizeit- und Mediennutzverhalten der Konsumenten a. Regulative Entscheidungen Quelle: http: //www. arthurandersen. com/website. nsf/content/Europe. Germany. Resources. Deal. Survey 40 T? Open. Document - 40 -

Psychologie des Internet (Funke) Freizeit Rückgang der Arbeitszeit (plus Urlaub) erhöht Freizeit Jährliche Ausgaben Psychologie des Internet (Funke) Freizeit Rückgang der Arbeitszeit (plus Urlaub) erhöht Freizeit Jährliche Ausgaben für Freizeit (BRD): a 320 Mrd DM, davon 55 Mrd für Urlaub a. Mode, Sport, Technik a. Fernsehen, Kino, Internet - 41 -

Psychologie des Internet (Funke) Bereich x: e-Commerce a. Bsp. Aktive Kundenansprache via Spams - Psychologie des Internet (Funke) Bereich x: e-Commerce a. Bsp. Aktive Kundenansprache via Spams - 42 -

Psychologie des Internet (Funke) Spams: „Call now to receive your diploma“ - 43 - Psychologie des Internet (Funke) Spams: „Call now to receive your diploma“ - 43 -